48. Die Schöne Lange-Geliebte.

By Hans Aßmann von Abschatz

Mein erster Hertzensbrand ob zwar der Jahre Schatten

Den vormahls hellen Glantz der Wangen Feld bedeckt

Ist doch das alte Blutt bey mir gantz unersteckt

Ich dencke noch mit Lust der alten Liebes-Thaten.

Ist meinem trüben Geist ein kühner Flug gerathen

Hat er zu Pindus Haubt die Federn ausgestreckt

So hat dein muntres Licht mein schläffrig Hertz erweckt

Und meiner Kälte kam dein Feuer wohl zu statten.

Bey Fall und Grauß behält der Marmor seinen Preiß:

Was erst ins Hertze kam wird nie daraus versehwinden:

Das Blutt gefrieret nicht wenn gleich das Haar bereifft.

Die Wunde bleibt ist gleich der Bogen nicht gesteifft.

Verhängnis das uns bindt kan keine Trennung finden;

Und