5. Die Küsse

By Emanuel Geibel

Written 1833-01-01 - 1833-01-01

In Saloniki war es nicht,

Nicht war's im schmucken Städtchen,

Im armen Wlachenlande liebt'

Ich einer Witwe Mädchen.

Jetzt schmücke, Mutter, schmück' das Haus

Und schmücke deinen Garten!

Die Tochter dein so hold und fein

Soll mich als Braut erwarten.

Sie hat die Lippen rosenrot

Gefärbt mit rotem Scheine;

Ich neigte mich und küßte sie

Und färbte auch die meinen.

In dreien Flüssen wusch ich sie

Und färbte rot die Flüsse

Und färbte rot das Meer dazu

Durch ihre roten Küsse.