51.An ein Adeliches Frauenzimmer/ in eben selbiger Gelegenheit. Als er ihr seine...

By Andreas Gryphius

Written 1640-01-01 - 1640-01-01

O Rose die du nun auf Dornen gantz verblühst

Benetzt mit stetem Thau der immer frühen Thränen

Bestürmt von langem Leid bewährt mit bangem Sehnen

Indem du dich allein und gantz verlassen siehst:

Laß von dem Kummer ab mit den du dich bemühst

Und schaue wie gar nicht durch Lob durch Schmach durch Dehnen

Durch Beil Verlust und Todt die Tugend zu verwehnen

Die auch ein Mord-Gerüst zum Ehrenbett erkiest.

Der Leben Stand und Gunst des Fürsten der die Pracht

Des ausgezierten Hofs und Furcht und Fall verlacht

Wil dein betrübtes Hertz durch seine Qual erquicken.

Nimm denn nicht weinend an den der auch sterbend siegt

Der durch Beständigkeit der Erden Weh bekriegt.

Was schöners könt ich dir O Allerschönste schicken.