52. Die Schöne Todte.

By Hans Aßmann von Abschatz

Du hast numehr mein Kind den lezten Hafen funden

Wo Lieb und Hoffen dich nicht ferner hält gebunden:

Und bist mir doch so schön in deinem Trauer-Kleide

Daß ich den Schatten noch des Todes selbst beneide.

Ich werde nun gewahr indem ich von dir scheide

Daß man sich auch mit Lust an dürren Blumen weyde

Daß Früchte besser seyn gepflückt als da sie stunden

Daß süsser sey die Lust ie eher sie verschwunden.

Vor blizt’ ein jeder Blick es brennt’ ein iedes Haar

Dein Wort bezauberte dein Weigern brach die Sinnen

Dein gantzes Leben war uns Unruh und Gefahr:

Izt wird man keines Streits und keiner Furcht mehr innen.

Die Schönheit die du hast im Tode zu erwerben

Würd’ auch der selbste Tod im Fall er könte sterben.