52. Trawre mit den trawrigen

By Johannes Plavius

Wenn jeder trawrig ist so wil sich 's nicht gebühren

Daß du dich lustig machst: dein süsser lautenklang

Ist doch zu solcher zeit nichts denn ein ohren-stanck:

Wenn jederman den leib mit kleidern aus zu zieren

Für leid vergessen hat so stell' auch dein stoltzieren

Vnd jubilieren ein: dein lieblicher gesang

Erjagt bey trawrigen dir weder lob noch danck:

Des nähsten schmertz vnnd leid sol auch dein hertze rühren.

Der Herr' eh denn er noch des Vaters reich empfieng

So bald er jemand sah' dem 's etwan übelgieng

Des nam er sich bald an vnd klaget' jhn mit schmertzen.

Bist du nu Christi glied vnd liebest seine schmach

So folg' auch deinem Herrn in diesem stücke nach

Vnd nim des näh'sten leid vnd vngemach zu hertzen.