53. Die Schöne im Grabe.

By Hans Aßmann von Abschatz

Das Feuer wärmt mich noch du Ausbund schöner Leichen

So unter deiner Asch itzund begraben liegt:

Das Bildniß deines Geists wohin dein Staub verfliegt

Kan weder Zeit noch Ort aus meinem Hertzen streichen.

Die Flamme vorger Zeit muß bey der Glutt erbleichen

Die mir nachdem du kalt die heiße Brust bekriegt.

Mein Hertze das so wohl mit deinem war vergnügt

Wünscht desto mehr was ihm so zeitlich muß entweichen.

O wunder-grosse Macht der unbesiegten Liebe

Die noch den todten Leib beseelt mit Anmutts-Triebe

Aus starrer Glieder Eyß die alte Brunst erzwingt.

Sie wird doch nicht ersäufft von meinem strengen Weinen

Weil meine Flammen zwar durch diesen Marmor scheinen

Doch keine Thränen-Bach den harten Stein durchdringt.