53.Die viehische Welt

By Friedrich von Logau

Written 1630-01-01 - 1630-01-01

Ein rinderner Verstand und kälberne Geberden,

Dabey ein wölffisch Sinn sind bräuchlich ietzt auff Erden.

Das Rind versteht sich nicht, dann nur auff Stroh und Gras;

Ein Mensch laufft, rennt und schwitzt bloß um den vollen Fraß.

Ein Kalb schertzt, gumpt und springt, das Messer eh es fühlet;

Ein Mensch denckt nie an den, der stündlich auf ihn zielet.

Der Wolff nimmt, was ihm kümmt, ist Feind für Wild und Vieh;

Was Mensch und menschlich ist, ist frey für Menschen nie.