56.Auff den Sontag deß Sünden vergebenden Trösters/ oder XIX. Sontag nach dem Fe...

By Andreas Gryphius

Written 1640-01-01 - 1640-01-01

Dvnckts iemand frembde daß ich in der Angst verschwinde?

Daß teurer Mittel-fleiß vnd werther Kräuter Macht

Daß weiser Aertzte Kunst mir noch nicht wieder bracht

Was Sucht vnd Angst verzehrt? die grimme Pein die Sünde

Greifft mich von innen an. Mein Heiland ich befinde

Daß alles nur umbsonst nach dem ein Krancker tracht

Weil diese Gifft noch wehr't. Kom' eh' ich gantz verschmacht

O Sünden tilger komm komm eilendts vnd entbinde

Mein fest verstricktes Hertz das so voll Boßheit steckt

Da rohe Sicherheit Seuch über Seuchen heckt.

Sprich: Sey getrost mein Kind! Ich habe dir vergeben

Wormit du mich erzürnt: Ich habe deine Noth

Gewendet: ja dein Creutz geendet; vnd den Tod

Verschlungen daß du magst vnendlich für mir leben.