59. Frewe dich nicht eines andern vnglücks:

By Johannes Plavius

Des nähsten vngelücks hast du dich nicht zu frewen

Er sey freünd oder feind (Gott schicket es also)

Gleich wie man täglich sieht dz solch ein schaden froh'

Ob er gleich immer wil doch nimmer kan gedewen.

Was frewest du dich doch daß dich noch muss gerewen

Dein liebe-kaltes hertz ist gleich wie dürres stroh

Welchs auch die loh verzeert wer weis wenn wie vnd wo

Dir Gott dein vngelück im zorn noch ab wird meyen

Das glücke welches nicht dem glück' ist zu zuschreiben

Welchs nur der glaub' erlangt das rechte seelen heil

Wird keinem schaden fro nach dieser zeit zutheil.

Wer derowegen sich des Herren geist läst treiben

Vnd folgt dem Herren nach ja wer im glauben steht

Der frewt sich dessen nicht wenn 's andern übel geht.