6. Das sonder- und wunderbare Geheimnuß der Menschwerdung Jesu Christi
By Johann Klaj
Written 1636-01-01 - 1636-01-01
Das Sein
Nütz nichts wen der nicht der gibt Sein sein fein
ein Leben das da böse ist es eines?
keines.
sonst auch
wird gute Gifft viel besser durch Gebrauch
Wer wol lebt lebt. Was Adam hat verderbet
Sterbet.
das Grab
das hat Er jhm und uns gebrochen ab
der bittere Mund die Zähne die gestümpffet
rümpffet.
Er lag
Stam vnd Geschlecht baß ohne Liecht und Tag
So daß er solt im hellen schwefel sitzen
Schwitzen.
Doch Gott
erbarmet sich dem Todt zu hohn und spott;
Er selbst für uns mit Menschenfleisch bekleidet
leidet.
Der Sohn
der Mutterloß nach seiner Gottheit Thron
auch Vatterloß hat müssen in der Wiegen
liegen.
Der Schall
deß Engels fällt der Even Trauerfall
In diesen Kind wir Alten in dem leben
schweben.
Der Schöpffer selbsten wird das was er hat geschaffen
Der Wettermacher Gott schläfft ohne Blitz und Waffen.
Er ist mein Bruder? ja der alls in allem ist.
Es hat sich alls verkehrt in kurtz verwichner frist.
Komm Klügelpöbel komm erwege Wundersachen
die deinen albern Witz zum Aberwitze machen.
Was ohne zeit wird zeit; was unümschränckt ümschränckt;
der dürstet der die Welt mit Wolckengüssen tränckt;
Deß Leibes Vfer hemt deß Meeres Nasenlöcher;
Kein Creiß ümschleust den Punct noch diesen Pfeil ein Köcher.
Der alle Thier ernährt den hungert nach Gemüß
der Himmel ist so klein als klarer Grieß und Kieß.
Der alls trägt auff der Hand wird auff der Hand getragen;
der mit dem Donner kan die Welt in hauffen schlagen.
der weinet in der Welt. Der wie ein Löwe brüllt
erzittert für dem Stier in Windeln eingehüllt.
Das Feuer leidet frost; es ist vom Reiff erkrummet
die Hand die Sommer bringt; der Zungenschmid verstummet.
Der ligt im Schosse bloß der alle Kleidung macht:
die Freude grämet sich; der bleiche Kummer lacht.