6.Durch Irrthum zur WarheitÜber menschliche Bemühung

By Daniel Czepko von Reigersfeld

Written 1632-01-01 - 1632-01-01

Ich habe mein Gemüth' auff manche Kunst gewandt,

Auff manches Thun gelegt mein Arbeit und Verstand:

Das Licht der Welt hat mir die Bücher, wenn es kommen,

Gegeben in die Hand und wieder draus genommen.

Kein Fleiß hat mir gefehlt: zu Rom und zu Athen,

Kont' als ihr Bürger ich, selbst hin und wieder gehn:

Ich hab' aus großer Huld des Himmels viel geschrieben,

Mich in der Heimlichkeit der Weißheit können üben:

Getreten zum Gestirn, erforscht, was Tag und Nacht

In Cörpern über uns zu ihrem Wechsel bracht.

Die Thür' stund mir zu Kriegs- und Friedens Diensten offen,

Fragt ihr, was ich zuletzt in diesen angetroffen?

Ich hab', o großes Heil! Den Irrthum so erkannt,

Wist aber, daß zunechst bey ihm die Wahrheit stand.