65.An eben Selbige

By Andreas Gryphius

Written 1640-01-01 - 1640-01-01

Doch grünt die frische Lieb ob Blum und Baum erbleicht

Die Liebe die sich mir in einem Krantz verehret

Dem Bild der Ewigkeit die durch kein End auffhöret

Und keiner Zeiten Grimm ja nicht dem Tode weicht

Ihr keuschestes Gemüth das reinem Silber gleicht

Mein Licht hat ihr Geschenck mit Perlen noch vermehret

Die wenn das rauhe Saltz der Wellen sich empöret

Kein scharffer Schlag der See kein schäumend Fleck erreicht

So bleibt ihr hoher Geist doch rein in trüben Schmertzen

Ihr Geist den rechte Treu aus unverfälschtem Hertzen

Durch ihrer Seuffzer West in meinen Cörper schickt.

Ich wil zwar ihr Gemüth aus dem Geschencke schätzen

Diß Wort doch das sie ließ auf dieses Silber etzen

Ist was den Krantz recht ziert und mich allein erquickt.