66.An eben Selbige

By Andreas Gryphius

Written 1640-01-01 - 1640-01-01

So fern mein Licht von euch so fern von euch gerissen

Theil ich die trübe Zeit in Schmertzen und Verdruß

Und wünsch all Augenblick daß mir des Himmels Schluß

Erlaub euch bald voll Lust und unverletzt zu grüssen

Mein Trauren kan ja nichts (wie hoch es auch) versüssen

Als ihr O meine Lust. Wie daß mit schnellem Fuß

Ich denn mein werthes Heyl bestürtzt verlassen muß

Indem ich einig mag die keusche Schönheit küssen.

Ihr Parcen, die ihr uns das Tag-Register setzt

Ach führt mich wieder hin zu dem was mich ergetzt

Warum doch suchet ihr mich von mir selbst zu scheiden?

Mein Leib ich geb es nach sitzt ja in diesem Land

Die Seele geb ich dir zu fester Treue Pfand;

Bey welcher ich voll Ruh ohn welch' ich stets muß leiden.