69.An eben Selbige

By Andreas Gryphius

Written 1640-01-01 - 1640-01-01

Sie dennoch sie mein Licht sie wil beständig seyn

Ob die Zeit sich gleich verändert und die Sonne sich versteckt

Und die wüsten Felder trauren und das Feld mit Schnee bedeckt

Sie dennoch (wie sie schreibt) geht kein Verändern ein

Die Bäume sind entblöst das Wasser hart als Stein

Der Palläste göldne Spitzen sind mit grauen Reiff befleckt

Aller Blumen welcke Blätter die durchbeiste Kält erschreckt.

Nur ihre Rose steht in frischem Glantz allein

Warum doch wil ich hier verziehen?

Wo nichts denn Unlust ist und kalte Winter-Lufft

Weil sie mir noch mein Licht zu ihren Rosen rufft.

Ade ich muß von hinnen fliehen!

Wer länger schmachten wil in scharffer Frostes-Pein

Wenn ihm der Frühling rufft muß es nicht würdig seyn.