7. LiebesmachtDie den Sohn Gottes auß den hohen Himmel in den Stall herab getrie...

By Johann Klaj

Written 1636-01-01 - 1636-01-01

Wer dich grosses kleines Kind

in zerlumpten Lumpen find:

deme werden Mund und Wangen

voll versaltzner Zehren hangen:

Ach das ist ein grosser Fall

auß dem Himmel in den Stall!

Der auff güldnen Rädern fähret

ist beim Esel eingekehret.

Zwar die Liebe kömt zu Rosse

wolgeübet im Geschosse

doch ist sie kein Hofemann

leget Hirtenkleider an.

Deine Flammen mich bekriegen

mich gewinnen übersiegen

deine Flammen so zu nennen

Weyrauchfackeln die da brennen

brennen auff dem Hochzeitmahl

besser noch ein Donnerstral.

Jenes Gleichnuß war zu klein

auch die Liebe schluges auß:

dieses trifft mir besser ein;

Er beherrscht das Menschenhauß

und die holen Himelsringe

Er bejochet alle dinge.

Die verwachten Sternenhauffen

müssen jhm zu willen lauffen

Alles hat er in der Hand

Feuer Winde Meer vnd Land.

Er hat allen Menschen geben

Hände Füsse Leib vnd Leben.

Seht das grosse kleine Kind

jetzt man eingewindelt find

eingewindelt ohne Brey

in blutarmer Betteley:

legt die Finger auff die Lippen

weil das Wort schweigt in der Krippen.

Der nach seinem unverbleiben

in den Lüfften auffgesteckt

Klugelrunde Feuerscheiben

wird mit Hadern zugedeckt.