8.Auff die Beschneidung deß Herrn. Luc. 2.

By Andreas Gryphius

Written 1640-01-01 - 1640-01-01

O Blut! O reines Blutt! das meine Blutschuld wendet!

O Werthes Kind das mich zu Gottes Kinde mach't

O Glantz der Herrligkeit der die sehr lange Nacht

Vnd alte Finsternüß auff diesen Tag vollendet

O Schatz; den vns Gott selbst deß Reichthumbs Abgrund sendet!

O Namen der mir hat den Namen wieder-bracht

Daß ich deß höchsten Bild vnd der mich seelig macht

Vnd herrlich wenn mich Sünd vnd Tod vnd Teufel schändet.

O Höchste Reinigkeit! nim alles von mir hin

Damit von Sathan ich so sehr verstellet bin.

Schneid weg womit mich wil' die rohe Welt anbinden.

Schneid weg was irrdisch heist Pracht Ehrgeitz Freud vnd Lust

Neyd Zweifel Angst vnd Furcht wasch ab der Sünden Wust

Darmit ich möge rein das reine Wohnhaus finden!