8.Quis avolvet nobis lapidem ab ostio monumenti?
Written 1640-01-01 - 1640-01-01
Halleluja! meiner Schmertzen
Jammer-trübe Nacht vergeht.
Weil das Licht gekränckter Hertzen
Meine Freuden Sonn auffsteht
Halleluja! weg mit klagen!
Weg mit winseln vnd verzagen!
Nun vergeß' ich aller Threnen
Die die Angst mir außgeprest!
Nun verfleucht mein trübes sehnen
Vnd die Sorgen-strenge Pest
Weil der hohe Tag sich findet
An dem Noth vnd Tod verschwindet.
Ihr! die neben mir gestanden
Als am Creutz mein Heiland lied
Als er nach Hohn Pein vnd Schanden
Voll von Angst in Ach verschied
Kommt vnd helfft ihn mit mir grüssen
Nun er Grufft vnd Tod durchrissen.
Kommt: ich muß ihm früh' begegnen
Weil sein Gnaden Tau abfält
Ach! er wird mit Trost mich segnen
Er der Trost der müden Welt!
Kommt: wer mag sich hier entsetzen!
Nichts ist daß vns kan verletzen!
Eins noch (fühl ich) wil mich drücken:
Ach wer! ach wer steht mir bey
Wer hilfft mir das Werck beschicken
Wer macht mich deß Kummers frey?
Wer kan Rath der tauglich geben?
Wer legt Hand an vnd hilfft heben?
Mich beschwert ich muß es klagen
Ein sehr vngeheurer Stein:
Diese Last die ich getragen
Drückt mir Hals vnd Schultern ein.
Ja ich kan darvor nicht schauen
Dem ich ich wil mein Hertz vertrauen.
Wil ich mich zu Gott erheben:
Dieser Stein hält mich zurück
Hoff ich Kummerfrey zu leben:
Er macht daß ich schier erstick
Wil ich flihn er kan mich hindern
Wer wird doch die Sorge mindern?
Auff mein Geist! auff! ich empfinde
Daß ich dieser Wehmuth loß.
Gott! durch den ich überwinde
Dem kein Wunder-Werck zu groß:
Hat eh' ich es recht ward innen
Diesen Stein abweltzen künnen.
Halleluja! weg mit Klagen!
Ich bin meiner Wehmuth frey!
Weg mit winseln vnd verzagen!
Mein Erlöser steht mir bey;
Weil mein Finsternüß vergehet
Vnd die Freuden-Sonn auffstehet.