8. * Die Schöne Rothäugichte. *

By Hans Aßmann von Abschatz

Dorinde klaget sich beschwert mit vielen Flüssen

Weil ihr vor langer Zeit ein feuchter Regenbogen

Den Himmelblauen Kreiß der Augen hat umzogen:

Der heissen Seuffzer Rauch hat sie so sehr gebissen.

Die Glutt die manchen Pfeil Cupidens schmiden müssen

Ist allzusehr bewegt zur Ess’ hinaus geflogen.

Der Angst-Schweiß den sie hat viel Hertzen abgesogen

Muß wieder Tropffenweiß auff ihre Wangen schissen.

Die Röthe giebt den Preiß Rubinen und Corallen

Zinober hat den Ruhm vor andern Farben allen:

Was schadets ob er nicht am rechten Orte steht?

Die Sonne sieht so aus wenn sie zu Golde geht

Und also lässet sich die Morgen-Röth’ im Thauen

Mit Perlen-Thränen und in vollem Purpur schauen.