9. Die Schöne Schielende.

By Hans Aßmann von Abschatz

Beneiderin des Gutts das dir doch selbst gebricht

Was hat dein kühner Mund Dorinden vorzurücken?

Du spottest daß bey ihr der Augen doppelt Licht

Mit falschen Strahlen nach der Seite pflegt zu blicken.

Warum erwehnest du der zarten Wangen nicht?

Der schönen Brust nach der wir tausend Seuffzer schicken?

Soll dieser Fehl allein der dich ins Auge sticht

Den wohlerworbnen Ruhm der Schönheit unterdrücken?

Ach solten wir zugleich das Feuer zweyer Sonnen

Erdulden da den Mohr nur eine schwärzt und brennt

Wir wären längst wie Schnee und mürbes Wachs zerron-

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Wenn Phebus Westenwerts sein flammend Antlitz wendt

Und gegen Morgen blinckt des Mondens Silber-Schein

Solln darum mangelhafft des Himmels Blicke seyn?