9.Seuffzer an eben selbige Person der H.H. Dreyfaltigkeit
Written 1640-01-01 - 1640-01-01
Du siehst es wil bey uns nun mehr denn finster werden
Der reinen Liebe Flamm und heisser Andacht Gluth
Erkaltet und verlöscht der tollen Laster Fluth
Reist ein und überschwemmt den Kreiß bestürtzter Erden.
Wir zagen sonder Trost in schrecklichen Beschwerden
Der ehrne Himmel dräut mit einer neuen Ruth
Die Ströme trocknen ein die Felsen schwitzen Blut
Die Hirten sind verzagt verirret sind die Heerden
O reiß von Himmel ab! du Sturm der Feinde Schrecken
Du keusche Gluth die uns mit Liebe kan entstecken
Du Thau der uns mit Trost in dieser Angst erquickt
Du Licht das unsre Nacht und Tunckelheit vertreibet
Du Krafft durch die ein Hertz wenn alles fällt doch bleibet:
Der lebt auch in der Grufft der dich mein Gott erblickt.