92. Bleib in deinem beruff:

By Johannes Plavius

Was dir befohlen ist was Gott dir anvertrawet

Dz thu vnd sonst nichts mehr lass frembde hände seyn

Vnd mache dich ja nicht aus vorwitz zugemein

Denn wer nicht was er sol thut dem gehts dz eim grawet.

Wol dem der auf den Herrn in seinen wegen bawet

Vnd lässt sich gantz auf jhn er bleibt in dem allein

Was seines amtes ist jhn trifft nicht frembde pein.

Er ist auf den der Herr' in gonst vnd gnaden schawet.

Wen aber wanckelmuth vnd vorwitz hat verführt

Der thut was er nicht sol vnd lässt was jhm gebürt

Vnd kömmet endlich noch mit schand' vnd spott zuschaden

Drumb wo du witzig bist so laß dein vorwitz seyn

Vnd mische dich ja nicht in frembde sachen ein

So bleibest du in ruh mit vnruh vnbeladen.