93. Bedencke deine lebens gefahr:

By Johannes Plavius

Ach Gott wie mancher feind tracht vns hie nach dem leben!

Der wurff der schlag der stoß der schoss der stich der hieb

Der brand der fall der gift des mörders hand d' dieb

Die hungersnoht der durst die hitz' vnd frost daneben.

Wie mancher kranckheit ist ein mensch' hier übergeben?

Wie manches hertzeleid fällt – vns aus angetrieb

Des bösen geistes – an? wir müssen durch das sieb

Des todes schwind hindurch da hilft kein wiederstreben.

Wer ist wenn Gott der Herr wil über jhn gebieten

Der sich für todes-fahr ein augenblick zu hüten

Sich wol vermessen kan wie witzig er auch ist?

Welch stäublein ist so klein welch würmlein kreucht auf erden

Dz nicht wenn Gott verhengt kan vnser mörder werden?

In summa nichtes hilft für 's grimmen todes list.