A a Adler .

By Clemens Brentano

Wohl auf ihr klein Waldvögelein, die ihr in Lüf-

ten schwebt,

Stimmt an, lobt Gott den Herren mein, singt all, die

Stimm erhebt;

Denn Gott hat euch erschaffen, sich selbst zu Lob und Ehr,

Sang, Feder, Schnabel, Waffen, kommt alles von ihm her.

Der aller Vögel König ist, macht billig den Anfang,

Komm Adler! komm hervor, wo bist? stimm an den Vo-

gelsang,

Der Vorzug dir gebühret, kein Vogel ist dir gleich,

Drum dich im Wappen führet, der Kaiser und das Reich.

Die Bachstelz thut oft schnappen, und fängt der

Mücken viel,

Es hört nicht auf zu knappen ihr langer Pfannenstiel,

Den Schweif thut sie stets zwingen, sie läßt ihm niemals

Ruh,

Wenn andre Vögel singen, schlägt sie den Tackt dazu.

Das lieb Canarivögelein kömmt her aus fremdem Land,

Es singt gar schön, zart, hell und rein, wie allen ist

bekannt,

Den Zucker frißt es gerne, doch nimmt es auch vorlieb,

Wenn man ihm Hanfsaamkerne, und Rübesaamen giebt.

Merk auf wie lockt so lieblich mir, der schöne Distelfink,

Beißt Distel auf und sticht sich nit, sein Witz ist nit

gering,

Gar wohl ist er gezieret, schön gelb und roth bekleidt,

Sein Stimm er nie verlieret, singt fröhlich alle Zeit.

Der Emmeriz bis zum Abend spat, singt übel, übel hin,

Er sagt, wenns Feld nur Aehren hat, ich auch ein Schnit-

ter bin,

Im Feld thut er sich nähren, bleibt Tag und Nacht

darauf,

Was Gott ihm thut beschehren, das klaubt er fleißig auf.

Des Morgens früh, des Abends spat, der Fink hat

keine Ruh,

Die Musen er ins Grüne lad't mit seinem Reit her zu,

Früh ist gar gut studieren, wenns kühl, still, ruhig ist,

Steh auf und thu's probieren, du fauler

Fröhlich der Fink im Frühling singt, sa sa, sa sa

hui Dieb,

Im ganzen Wald sein Stimm erklingt, wenns Wetter

nicht zu trüb,

Die Dieb will er verjagen, die rund heraus er schilt,

Dem Sperling thut er sagen, daß er viel Waizen stiehlt.

Ein rother, dir gar wohl bekannt, ist schön, doch

singt nicht viel,

Er kömmt aus deinem Vaterland, heißt Gimpel in der

Still,

All thun sich seiner schämen, weil er ein Gimpel ist,

Thu du ihn zu dir nehmen, weil du sein Landsmann bist.

Die Henne fröhlich gaggagagt, und macht ein groß

Geschrei,

Die Bäurin weiß wohl, was sie sagt, und geht und holt

das Ey,

Der Hahn thut früh aufwecken den Knecht und faule

Magd,

Sie thun sich erst recht strecken, und schlafen bis es tagt.