A ls eine kluge D ame A ebtissen wurde im Nahmen eines andern.

By Christian Friedrich Hunold

Wil Aue Berg und Thal die Pracht des Sommers küssen

Betritt Aurorens Fuß die grüne Frühlings-Bahn

Kan Flora sich vermählt mit ihren Zephier wissen

Und strahlt der Sonnen Gold uns wieder lieblich an.

So sag' ich diß geschicht O Kleinod unsrer Erden!

Daß Himmel und Natur ihr selber dienstbar werden.

Denn was vom Himmel stammt muß auch der Himmel lieben

Ein Baum entzieht die Krafft den edlen Zweigen nicht.

Und dessen reiner Sinn stets himmlisch ist geblieben

Dem gläntzt die Ehren-Cron und seiner Gnaden-Licht.

Was Wunders wenn sich nun bey dero neuen Freuden

So Himmel als Natur mit frohen Schmucke Kleiden.

Dem folgt die Tugend nach und ruffet mit Vergnügen:

Schaut hier mein Ebenbild mit rechten Augen an

Das durch die Trefflichkeit die Neider kan besiegen

Und welches so wie ich vollkommen heissen kan.

Drum wer sich meiner Fahn will untergeben nennen

Der laß' in seiner Brust ein Freuden-Feuer brennen.

Die Klugheit kommt hierauf und legt die Kostbarkeiten

Und was sie schätzbars hat zu ihren Füssen hin

Hier spricht sie ehret recht der Sinnen Trefflichkeiten

Und dencket daß ich hier in meiner Hoff-Stadt bin.

Wer so beglückt will seyn muß so viel Klugheit zeigen

So kan er auf die Bahn der hohen Ehren steigen.

Das Kloster will sich auch mit gleichen Lorbern krönen

Daß es an Frömmigkeit nun eine Esther küßt

Das sich sein Glück und wohl auf feste Säulen lehnen

Das seine Stütze recht zum Atlas worden ist

Esspricht: Der Himmel läst mir güldne Zeiten spüren

Weil so viel Tugenden anitzt das Scepter führen.

Der Neid tritt auch heran mit gantz erblasten Wangen

Die Schaam verstellet ihn und bringt die Worte raus:

So ist die Sonne doch durch Dufft und Nebel gangen.

Kein Sturm und Wetter löscht so starcke Strahlen aus.

Kommt lernet Sterbliche die auch der Neid bekrieget

Daß eurer Tugend-Macht wie diese dennoch sieget.

Und denn will auch ein Knecht die tieffe Pflicht bezahlen

Und ehret was man jetzt der Ehren würdig schätzt

Er spricht: Kan mich ein Blick von der

So bin ich dem Gelück schon in den Schooß gesetzt.

Die Tugend heißt zuletzt den Kiel noch dieses schreiben

Wer himmlisch ist gesinnt muß Palmen gleich verbleiben.