A ls eine kluge D ame A ebtissen wurde im Nahmen eines andern.
Wil Aue Berg und Thal die Pracht des Sommers küssen
Betritt Aurorens Fuß die grüne Frühlings-Bahn
Kan Flora sich vermählt mit ihren Zephier wissen
Und strahlt der Sonnen Gold uns wieder lieblich an.
So sag' ich diß geschicht O Kleinod unsrer Erden!
Daß Himmel und Natur ihr selber dienstbar werden.
Denn was vom Himmel stammt muß auch der Himmel lieben
Ein Baum entzieht die Krafft den edlen Zweigen nicht.
Und dessen reiner Sinn stets himmlisch ist geblieben
Dem gläntzt die Ehren-Cron und seiner Gnaden-Licht.
Was Wunders wenn sich nun bey dero neuen Freuden
So Himmel als Natur mit frohen Schmucke Kleiden.
Dem folgt die Tugend nach und ruffet mit Vergnügen:
Schaut hier mein Ebenbild mit rechten Augen an
Das durch die Trefflichkeit die Neider kan besiegen
Und welches so wie ich vollkommen heissen kan.
Drum wer sich meiner Fahn will untergeben nennen
Der laß' in seiner Brust ein Freuden-Feuer brennen.
Die Klugheit kommt hierauf und legt die Kostbarkeiten
Und was sie schätzbars hat zu ihren Füssen hin
Hier spricht sie ehret recht der Sinnen Trefflichkeiten
Und dencket daß ich hier in meiner Hoff-Stadt bin.
Wer so beglückt will seyn muß so viel Klugheit zeigen
So kan er auf die Bahn der hohen Ehren steigen.
Das Kloster will sich auch mit gleichen Lorbern krönen
Daß es an Frömmigkeit nun eine Esther küßt
Das sich sein Glück und wohl auf feste Säulen lehnen
Das seine Stütze recht zum Atlas worden ist
Esspricht: Der Himmel läst mir güldne Zeiten spüren
Weil so viel Tugenden anitzt das Scepter führen.
Der Neid tritt auch heran mit gantz erblasten Wangen
Die Schaam verstellet ihn und bringt die Worte raus:
So ist die Sonne doch durch Dufft und Nebel gangen.
Kein Sturm und Wetter löscht so starcke Strahlen aus.
Kommt lernet Sterbliche die auch der Neid bekrieget
Daß eurer Tugend-Macht wie diese dennoch sieget.
Und denn will auch ein Knecht die tieffe Pflicht bezahlen
Und ehret was man jetzt der Ehren würdig schätzt
Er spricht: Kan mich ein Blick von der
So bin ich dem Gelück schon in den Schooß gesetzt.
Die Tugend heißt zuletzt den Kiel noch dieses schreiben
Wer himmlisch ist gesinnt muß Palmen gleich verbleiben.