A ls ihn S elimene und A ma- lia zu ihren Vertrauten annah- men.

By Christian Friedrich Hunold

Du wunder schönes Glück! komm laß dich einmahl küssen

Weil zweyer Engel Gunst mich küssens würdig hält.

Doch küsse sie dabey mit lauter Lust Narcissen

Weil ihr Vergnügen auch auff einen Diener fällt.

Und daß der Küsse Krafft

Den Auszug aller Freuden

Und selbst den Himmel schafft

So lasse mich auff ihren Lippen weiden.

Verstattet mir die Gunst ihr Cronen Teutscher Schönen!

Und lasset einen Kuß der Treue Siegel seyn.

Denn also pflegt man sich vertraulich zu bekrönen

So schreibt man sich ins Buch getreuer Seelen ein.

So lacht die güldne Zeit

Aus lauter edlen Hertzen

Und so wird Ewigkeit

Das Ende seyn vergnügt und treu zu schertzen.

Kommt öffnet mir vertraut den Purpur eurer Lippen

Ja schliesset nicht vor mir das schöne Rosen-Thor.

Kein unbelebter Felß und stumme Marmol-Klippen

Gehn an Verschwiegenheit Rosanders Munde vor.

Legt alle Sorgen ab

Sagt die geheimsten Sachen.

Sie sollen sich ihr Grab

Zur Sicherheit in meinen Hertzen machen.

Ein neid'sches Lästermaul wird hier verstummen müssen

Wir lachen in geheim und schweigen öffentlich.

Wir träncken unsern Mund mit lauter Nectar Flüssen

Das Glücke dienet uns die Seelen küssen sich.

Drüm muß die Welt gestehn

Es sey kein süsser Schertzen

Und nichts so wunderschön

Als nur allein das Kleeblat treuer Hertzen.