A ls sie ihren N ahmens- T ag anderwerts begangen.

By Christian Friedrich Hunold

Dein Nahmens-Tag du holder Augen Sonne!

Verschliesset zwar vorlängsten seinen Schein;

Doch wie mein Hertz die Lust entfernt gewonne

Die damahls mir nicht konte nahe seyn:

So lässet Mund und Hand

Nach frohen Wiedersehen

Die Opffer-Glut geschehen

Die dir zuvor im Geiste war entbrandt.

Es zünden sich nun tausend Freuden-Kertzen

Ach glaub' es nur in meiner Seelen an

Man nennt dich kaum so regt sich schon im Hertzen

Diß was dein Aug' im Spiegel sehen kan.

Gebräuche Weichen hier

Und der Calender Zeiten

Denn deine Lieblichkeiten

Begehen stets dein Nahmens-Fest in mir.

Ach meine nicht daß blosse Schmeicheleyen

Der Worte Glantz und falscher Firniß seyn

Nein wahrer Ruhm muß Schönheit nur erfreuen

Die Heßliche streicht Complimenten ein.

Es muß die gantze Welt

Mit einer Sonne prahlen

Und deiner Augen Strahlen

Sind nur ein Blitz der tausend Hertzen fällt.

Du hast die Kunst an meiner Brust erwiesen

Gesteh' es nur wie starck du mich gerührt.

Die Helena hat Griechenland gepriesen

Und ward hernach durch sie in Brandt geführt.

Du bist auch wunderschön;

Doch leschen deine Hände

Nicht meiner Liebe Brände

Wird man an mir ein ander Troja sehn.

Vergnüge dich indessen in der Seelen

Und küsse stets das schönste Glück der Welt.

Die Flora darff dir keine Rosen zehlen

Dein Antlitz ist ein Blumen-reiches Feld.

Grünt nun dein Frühlings-Schein

In steter Schönheit-Blüthe

So laß auch deine Güte

Annehmlichste! mein schöner Frühling seyn.