A ls sie ihren N ahmens- T ag anderwerts begangen.
Dein Nahmens-Tag du holder Augen Sonne!
Verschliesset zwar vorlängsten seinen Schein;
Doch wie mein Hertz die Lust entfernt gewonne
Die damahls mir nicht konte nahe seyn:
So lässet Mund und Hand
Nach frohen Wiedersehen
Die Opffer-Glut geschehen
Die dir zuvor im Geiste war entbrandt.
Es zünden sich nun tausend Freuden-Kertzen
Ach glaub' es nur in meiner Seelen an
Man nennt dich kaum so regt sich schon im Hertzen
Diß was dein Aug' im Spiegel sehen kan.
Gebräuche Weichen hier
Und der Calender Zeiten
Denn deine Lieblichkeiten
Begehen stets dein Nahmens-Fest in mir.
Ach meine nicht daß blosse Schmeicheleyen
Der Worte Glantz und falscher Firniß seyn
Nein wahrer Ruhm muß Schönheit nur erfreuen
Die Heßliche streicht Complimenten ein.
Es muß die gantze Welt
Mit einer Sonne prahlen
Und deiner Augen Strahlen
Sind nur ein Blitz der tausend Hertzen fällt.
Du hast die Kunst an meiner Brust erwiesen
Gesteh' es nur wie starck du mich gerührt.
Die Helena hat Griechenland gepriesen
Und ward hernach durch sie in Brandt geführt.
Du bist auch wunderschön;
Doch leschen deine Hände
Nicht meiner Liebe Brände
Wird man an mir ein ander Troja sehn.
Vergnüge dich indessen in der Seelen
Und küsse stets das schönste Glück der Welt.
Die Flora darff dir keine Rosen zehlen
Dein Antlitz ist ein Blumen-reiches Feld.
Grünt nun dein Frühlings-Schein
In steter Schönheit-Blüthe
So laß auch deine Güte
Annehmlichste! mein schöner Frühling seyn.