A n D ulcimenen.

By Christian Friedrich Hunold

So kan ich mi ch galante Dulcimene

Bey dir vergnügt und glücklich sehn.

Die Freundlichkeit macht dich gedoppel

Und dieß sol mir zur Lust geschehn.

Mein Glücks-Gestirn will nach den Finsternissen

Mich durch den Strahl der Gnaden wieder küssen.

Ich dencke noch an das gehabte Leyden

Und wie ich an zu trauren fing

Als durch den Zorn die Sonne meiner Freuden

Auff mein Verschulden unterging.

Allein sie ist nur Schöner wieder kommen

Ihr holder Glantz hat alle Furcht benommen.

Kein

Wie deiner Augen-Liebligkeit:

Aurorens-Pracht muß hier auf Liljen sitzen

Die angenehmste Frühlings-Zeit

Die blühet stets auf deinen Rosen Wangen

Und tausend schön kan in Gesichte prangen.

Wer hat genug den Purpur Glantz gepriesen

Der deine Lippen stets umringt?

Wo Schnecken-Blut und Muscateller fliessen

Wenn die Granate hier zerspringt:

Wer deinen Mund nur wird zu sehen kriegen

Der sieht den Ort wo tausend Schätze liegen.

So seh' ich denn den Himmel selber blühen

Und mein vergnügen Blüh zugleich.

Ich kan daraus den Götter Nectar ziehen

Den Vorschmack von dem Himmelreich:

Denn muß ich mich nicht aus mir selber wissen

So offt ich dich darff Allerschönste küssen.

Du darfst allhier nicht über Falschheit klagen

Ich weiß von keiner Heucheley

Der Neid wird selbst zu deinen Ruhme sagen

Das Dulcimene treflich sey.

Die Wahrheit nennt dich zum verdienten Lohne

Der Tugend Preiß des Frauenzimmers Crone.

Ich will mich nun an deinen raren Schätzen

Und was noch mehr bezaubernd ist

Der Freundlichkeit zugleich auf ewig letzen

Ja weil du unvergleichlich bist

Soll meine Brust auch alles andre meiden

Und sich allein an deiner Schönheit weiden.

So laß mich auch du Engel dieser Erden!

Mein Glücke stets vollkommen sehn:

Laß meine Treu durch Treu vergolten werden

Kein Felß soll nicht so lange stehn

Als meine Brust von deiner Gluth wird brennen

Und als ich dich will meine schöne nennen.