A n einen guten F reund.
Herr Bruder wehrter Hertzens-Freund!
Dein Brief ist eingeloffen
Und hat wie aus den Inhalt scheint
Auch meinen Wunsch getroffen.
Drüm weiß ich vor zu grosser Lust
Nicht recht wie ich soll schrei
Und wie die höchst-vergnügte Brust
Mag ihre Kurtzweil treiben.
Biß endlich mich der Reimen Geist
Hans Sachsens Verse schreiben heist
Mein Buch ist vor den Ruhm zu klein
Den du ihn hast gegeben
Und weist daß treu und höflich seyn
Wohl kan beysammen leben.
Doch kömmt der andre Theil heraus
So soll er besser klingen
Und manchen ehrbarn Liebes-Schmauß
In leeren Schüsseln bringen.
Und wenn es mancher nicht gefält
So denck' ich schifter in die Welt.
Der Teuffel reit die Mädgen gar
Wenn sie die Liebe plaget.
Denn die versetzet Haut und Haar
Daß mans ihr nicht versaget:
Die güldne Ketten wird ein Pfand
Von - - ach! potz Velten!
Sie kaufft dem Courtisane Band
Daß muß zwey Gülden gelten
Wird nun der Hintre nackend stehn
So muß die F - - betteln gehn.
Ich nähme mir wohl mehr die Müh
Die - - - zu lieben
Die abgeschabte Courtoisie
Kan mich gar schlecht betrüben
Sie hänget frembde Säcke an
Mit Frangen wohl versehen
Weil meiner nicht mehr will und kan
Zu ihren Diensten stehen
Vielleicht macht mich was bessers froh
Wer schiert sich drüm ich bin nun so.
Herr Bruder nun erzehl ich dir
Die Tugenden fein nette
Sie gackt die Nacht offt ins Papier
Und wirfft es unters Bette
Warum? Hör du galante Welt!
Sie hat den Stein der Weisen
Die Courtisane kosten Geld
Drum sucht sie Gold zu Sch. - -
Das gut ist glaub es sicherlich
Es hält auf ihren Maule strich.
Herr - - dauret mich recht sehr
Daß er nichts bessers kriget
Alleine - - kan doch mehr
Was Sparsamkeit vergnüget
Sie giebt so eine Köchin ab
Daß man nicht drüber klaget
Sie binckelt in den Suppennap
Die Magd hat mirs gesaget:
Ihr Mädgen nehmt es wohl in acht
Weil Saltz die besten Speisen macht.
Der Alte - - hat der Braut
Sein Hauß und Hof vermachet?
Ach du gebackne Narren-Haut
Darin ein Hahnrey lachet!
Wer Teuffel will die Töchter nun
Mit nackten Ste - - nehmen?
Thu ichs sa mags ein Schelm wohl thun
Man muß sich gleichwol schämen.
Die Hörner stehn wohl manchmahl gut
Doch nur auf einen güldnen Hut.
Drum will ich dieser Läffeley
Das Alleluja singen.
Herr Bruder! deine wehrte Treu
Soll mein Vergnügen bringen
Der Freunde giebt es zwar sehr viel
Doch sind sie schrecklich theuer
Denn Noth ist nur der Freundschafft Ziel.
Und Gold besteht im Feuer:
So macht auch deine Freundschafft mit
Und bleibt der Tugend edler Schmidt!
Herr Haubtman - - ist allhier
Per posta angekommen
Bey guten Sect und Buttel-Bier
Hab ich gar viel vernommen
Herr Cammer-Juncker - - soll
Herr - - Weibgen Küssen
Daß ist der Hauß-Zinß merck es wohl
Die Keuschheit ist zerrissen.
Indessen triefft bey dir doch ein
Verschwiegen und getreu zu seyn.