A n einen guten F reund.

By Christian Friedrich Hunold

Herr Bruder wehrter Hertzens-Freund!

Dein Brief ist eingeloffen

Und hat wie aus den Inhalt scheint

Auch meinen Wunsch getroffen.

Drüm weiß ich vor zu grosser Lust

Nicht recht wie ich soll schrei

Und wie die höchst-vergnügte Brust

Mag ihre Kurtzweil treiben.

Biß endlich mich der Reimen Geist

Hans Sachsens Verse schreiben heist

Mein Buch ist vor den Ruhm zu klein

Den du ihn hast gegeben

Und weist daß treu und höflich seyn

Wohl kan beysammen leben.

Doch kömmt der andre Theil heraus

So soll er besser klingen

Und manchen ehrbarn Liebes-Schmauß

In leeren Schüsseln bringen.

Und wenn es mancher nicht gefält

So denck' ich schifter in die Welt.

Der Teuffel reit die Mädgen gar

Wenn sie die Liebe plaget.

Denn die versetzet Haut und Haar

Daß mans ihr nicht versaget:

Die güldne Ketten wird ein Pfand

Von - - ach! potz Velten!

Sie kaufft dem Courtisane Band

Daß muß zwey Gülden gelten

Wird nun der Hintre nackend stehn

So muß die F - - betteln gehn.

Ich nähme mir wohl mehr die Müh

Die - - - zu lieben

Die abgeschabte Courtoisie

Kan mich gar schlecht betrüben

Sie hänget frembde Säcke an

Mit Frangen wohl versehen

Weil meiner nicht mehr will und kan

Zu ihren Diensten stehen

Vielleicht macht mich was bessers froh

Wer schiert sich drüm ich bin nun so.

Herr Bruder nun erzehl ich dir

Die Tugenden fein nette

Sie gackt die Nacht offt ins Papier

Und wirfft es unters Bette

Warum? Hör du galante Welt!

Sie hat den Stein der Weisen

Die Courtisane kosten Geld

Drum sucht sie Gold zu Sch. - -

Das gut ist glaub es sicherlich

Es hält auf ihren Maule strich.

Herr - - dauret mich recht sehr

Daß er nichts bessers kriget

Alleine - - kan doch mehr

Was Sparsamkeit vergnüget

Sie giebt so eine Köchin ab

Daß man nicht drüber klaget

Sie binckelt in den Suppennap

Die Magd hat mirs gesaget:

Ihr Mädgen nehmt es wohl in acht

Weil Saltz die besten Speisen macht.

Der Alte - - hat der Braut

Sein Hauß und Hof vermachet?

Ach du gebackne Narren-Haut

Darin ein Hahnrey lachet!

Wer Teuffel will die Töchter nun

Mit nackten Ste - - nehmen?

Thu ichs sa mags ein Schelm wohl thun

Man muß sich gleichwol schämen.

Die Hörner stehn wohl manchmahl gut

Doch nur auf einen güldnen Hut.

Drum will ich dieser Läffeley

Das Alleluja singen.

Herr Bruder! deine wehrte Treu

Soll mein Vergnügen bringen

Der Freunde giebt es zwar sehr viel

Doch sind sie schrecklich theuer

Denn Noth ist nur der Freundschafft Ziel.

Und Gold besteht im Feuer:

So macht auch deine Freundschafft mit

Und bleibt der Tugend edler Schmidt!

Herr Haubtman - - ist allhier

Per posta angekommen

Bey guten Sect und Buttel-Bier

Hab ich gar viel vernommen

Herr Cammer-Juncker - - soll

Herr - - Weibgen Küssen

Daß ist der Hauß-Zinß merck es wohl

Die Keuschheit ist zerrissen.

Indessen triefft bey dir doch ein

Verschwiegen und getreu zu seyn.