A n I smenen Zu einer Nacht-Lust.
Ismene meine Lust! Mein Leben mein Vergnügen!
Die Zeilen lieffert dir ein treuer Diener ein
Von dem du ingeheim kanst mehre Nachricht kriegen
Was meine Seele plagt was meine Seufftzer seyn,
Die Sonne will bereits zu Meer und Wellen rinnen
Und meine Sonne hat mein Auge nicht gesehn!
Ach! Glaube! kan ich nicht das Glücke noch gewinnen
So wird mein Leben gar mit deinem Licht vergehn.
Verdient ein plumper Kerrl denn so viel edle Blicke
Daß ihm der Tag zur Lust und mir zum Schmertzen dient?
Ach jage doch einmahl den Hasen-Kopff zurücke
Vor dem nur Kraut und Kohl doch keine Rose grünt.
Dein ausgeübter Geist wird schon die Mittel finden
Wie durch verstellte List der Stümper wird berückt.
Der Liebe Sinnen Meer ist niemahls zu ergründen
Und wie die Schiffarth offt bey Sand und Felsen glückt.
Du kanst - - Allein ich will nicht Stern' an Himmel setzen
Weil deiner Klugheit Thron schon mit Verwundrung blitzt.
Nein winde du das Garn ich folge deinen Netzen
Nur schaue das uns nicht Gefahr im Wege sitzt.
Doch schönste soll ich ja des Hertzens Sinn entdecken
So scheint dein Garten mir der beste Sammel-Platz:
Denn wird ihn nun die Nacht in ihren Flor verstecken
So hüllt ihr Forhang mich und meinen liebsten Schatz.
Kein Neider wird uns da wie bey der Sonn' ersehen
Weil Venus heller Stern vor die verliebten Wacht.
Die Büsche werden still als wie Trabanten stehen
Indem ihr rauschen gleich die Schleicher lautbar macht.
So soll uns Einsamkeit mit Zucker Manna speissen
Wodurch in uns entzückt sich Seel und Seele küßt.
Die Götter werden uns an ihre Tafel Weisen
Wo Wollust aufgedeckt und Liebe Wirthin ist.
Die Rosen sollen sich beschämt in Schatten hüllen
Wenn mir dein Nelcken-Strauß auf Purpur Lippen prangt:
Und wird dein Blumen-Busch die frohen Hande füllen
So hat der Leib auch schon sein Paradieß erlangt.
Aurora kan sich nicht so schön ins grüne strecken
Wenn sie bey früher Zeit auf feuchten Grasse sitzt
Als dein erhitzter Leib die Blumen wird bedecken
Wenn unser Perlen Thau auf Moß und Kräuter spritzt.
Ismene schönstes Kind die dicksten Finsternüssen
Sind nur der Liebe Licht wenn sie vollkommen wird.
Diana will bey Nacht Endimionen Küssen
Denn Furcht und Scham wird offt durch Dunckelheit gekirt.
Drum laß uns den Altar in schwartzen Schatten bauen
Zum Lichte blitzt dein Schooß mit Flammen ausgerüst.
Vor Augen soll der Leib ja Hand und Lippen schauen
Weil sehen zwar beliebt doch fühlen süsser ist.
Nun unvergleichliche !laß uns Vergnüget werden
Und lege deine Gunst zu meiner Sehnsucht hin.
Mir deucht die starcke Lust erschüttert schon die Erden
Und daß ich selbst dafür wie Federflocken bin.
Bedencke wie die Zeit die Rosen lästerbleichen
Wenn unsre Wollust Hand nicht auf den Bruch bedacht
Und wie die Stunden sich der süssen Fluth vergleichen
Die uns der Jahre Meer gar bald zu Saltze macht.
Ja dencke Liebe sey ein Schatz von allen Schätzen
Der uns den Uberfluß des Himmels aufgethan
Nur dencke daß ihr auch der Mangel beyzusetzen
Das sie nicht Zeit genug zu Lieben geben kan.