A n ihre G rausamkeit.
So muß ich stets in Jammer Schatten stehn!
Furcht Angst und Weh bestürmen meine Seele
Ein stetes Ach! heist mich zur Folter gehn
Wo ich den Geist mit tausend Martern quäle:
Und dennoch will der Ursprung meiner Pein
Ein Engel seyn.
Ein Engel seyn reimt sich zu grausam nicht
Weil sie zum Trost der Menschen sind erschaffen
Wie daß dein Mund von keiner Wehmuht spricht?
Dein schöner Grimm führt allzu strenge Waffen
Und meine Schuld daß ich zu straffen sey
Ist Lieb' und Treu.
Ist Lieb' und Treu nicht auch der Liebe wehrt?
Will deine Brust nur Diamanten gleichen?
Ein Felß zerspringt worauf das Blitzen fährt:
Jedoch dein Sinn ist gar nicht zu erweichen
Drum ist allein das Ende meiner Noht
Ein harter Tod.
Ein harter Tod wird endlich deinen Sinn
Zu später Reu und Wehmuht bringen müssen.
Nimm denn das Blut zu einem Opffer hin
Ich will das Grab auf dein Befehlen küssen:
Der gröste Trost ist mir
Ich sterbe treu.
Ich sterbe treu. Ach Schönste dieser Welt
Laß meinen Tod doch deine Gnad erwerben!
Schau wie dein Knecht zu deinen Füssen fällt
Durch Gütigkeit kan Schönheit nicht verderben.
Ach dencke nur ein Hencker muß allein
So grausam seyn.