A n L isemenen.

By Christian Friedrich Hunold

Schau edle Lisemene

Wie ich entfernt noch deiner Augen-Schein

Zu meiner Lust entlehne.

Mein Hertze wil daran geweidet seyn.

Und kan sich niemand selber hassen

So muß ich ihm auch die Vergnügung lassen.

Dein Himmel ist voll Sternen

Die überall mit Strahlen mich bestreun.

Muß ich mich gleich entfernen

So wilst

Wer deine Sonn' einmahl gesehen

Mit dem wird sie in alle Länder gehen.

So küß ich in Gedancken

Und schwängere den holen Bauch der Lufft.

Ich renn' in deine Schrancken

Und bau' ein Schloß auff Amors süsse Klufft.

Laß mich in dieser Freyheit s

Ein Traum kränckt nicht und kan uns doch vergnügen.

Ja dencke noch der Zeiten

Da Einsamkeit die Garten-Lust gebahr

Als deine Lieblichkeiten

Mir so geneigt als ich entzündet war.

Die nun so theure Rosen brechen

Sind viel zu wehrt daß sie die Dornen stechen.

Und wilst du mich verpflichten

So schreibe nur daß du mir günstig bist:

Ein Wort kan viel verrichten

Daß uns zum Trost der schönste Mund geküst.

Darff ich dein Paradieß nicht schauen

Kan ichs dadurch doch in Gedancken bauen.

Ich bau' es in den Schatten

Der dich mir stets als einen Engel weist.

Mit Engeln sich zu gatten

Ist zwar die Lust die mehr als menschlich heist.

Allein mein Himmel ist auff Erden

Wenn du bey mir wirst wieder menschlich werden.