Abermahlige Betrachtung Göttlicher Grösse im Kleinen.
Da unser Schöpfer in dem Grossen, und auch im Klei- nen, kurtz: in allen
Unendlich gegenwärtig ist, als worin unsers Geistes Augen
Jhn, wenn wir sie vernünftig brauchen, zu sehen und zu
So ist vor allen Dingen nöthig, von GOTT im Kleinen
Und, üm den Ruhm von Seiner Allmacht an allen Orten
Die Gröss’ im Kleinen auch zu sehn. Denn, wenn wir
Geschicht es öffters, als im Grossen: Man trifft es allent-
Denn es ist auf der Welt kein Kraut, kein Gras, kein
Kein fast unsichtbar Körnchen Sand so klein, ja nicht ein-
Das uns nicht viel, in seinem Wesen, von eines Schöpfers
Jhn unserm Geiste deutlich zeigen, und Seine Macht uns
Die allen menschlichen Verstand, auch selber in der
Nur bloß allein durch ihre Menge, besiegende Beschaffen-
Die alle Zahlen übertrifft, erheitert, und beweiset mehr,
Zu des Allmächtgen Schöpfers Ruhm, und zu Vermehrung
Ein’ unaussprechlich’ unermeßlich’ Anbetungs-würdge
Wo iemand dieß verneinen wolte; der überlege dieß:
Die weite Lufft, das tieffe Meer bestehn, trotz ihrer Größ’
Aus Sand, aus Theilchen, und aus Tropfen. Nun steckt im
Die Wirckung, die Natur, das Wesen, und eben so viel
Als wie im allergrössesten: In dem die Gröss’ aus der Ver-
Der kleinen Theil’ allein besteht. Verdient daher die
Der kleinsten Erd- und Wasser-Theilchen, gewiß nicht weni-
Nicht weniger Bewunderung, als wie das Gröste was wir
Weil, wie gesagt, die grösten Cörper aus Theilchen bloß
Daher ich, wenn ich offtermahls an einem strengen
Und seine rege Wasser-Last sich immer vorwärts weltzen
Zwar ob des Cörpers Gröss’ erstaune, und in der grossen
Beschaffenheit, Bewegung, Nutzen, von Jhres Schöpfers
Ein überzeugend Lehr-Bild finde; iedoch zugleich auch
Wie auch das allerkleinste Tröpfchen bewunderns-wehrte
Ach! laß, geliebter Mensch, forthin, mehr als bisher,
Die überall den Schöpfer zeigen, in Feuer, Wasser, Lufft
Dein Freuden-reicher Gottes-Dienst, und dein erbaulichstes
Zu des allgegenwärtgen GOttes Bewunderung und Lobe,