Abgebildte güldne Liebes-Bach Bey Hn. A. G. J. U. C. u. Fr. J. M. S. g. L. Hochz...
Vermählte lebt und blüht bey den berühmten Linden
Und nehmt geneiget an diß schlechte Myrten-Blat
So umb den Oder-Strom ein Freund gebrochen hat
Der sich zu eurem Dienst auf ewig will verbinden.
Ist keine Zierligkeit der Wörter hier zu finden
So denckt die Liebe wird vom reden niemahls satt.
Es mag die Anmuth selbst erfüllen meine statt
So eure Seelen kan in treuster Glut entzünden.
Es müsse weil ihr lebt auß Zucker-Röhren rinnen
Der liebe süsse Bach was bey der Sonnen-Blut
Ein lieblich-kühler Brunn den Reisenden sonst thut
Das werdet fort für fort bey euren Flammen innen.
Ja wo ein kurtzer Wunsch kan viel bey sich beschliessen
So wünsch ich Glück und Zeit müß euch nach Willen fliessen.
Die Göttin so die Welt der Liebe Mutter nennet
Die Reitzerin der Lust der Liebligkeiten Kern
Der Schönheit Inbe griff der Anmuth holder Stern
Die Venus der wie Wachs die zarte Jugend brennet
Der nicht nur Amathunt und Gnidens Tempel rauchet
Die aller Menschen Hertz zum Opffer-Tisch gebrauchet
Rief einst als sich bey ihr die Liebes-Engel funden
Und jede Gratie zu dienen war bereit
Wie? Liebsten Kinder wie verschliessen wir die Zeit
Verschertzen unsern Ruhm verspielen alle Stunden?
Soll unser Heiligthum so gar verlassen stehen
Wenn fetter Weyhrauch glimmt auff des Parnassus Höhen.
Kan nur der Helicon und Jda nicht mehr gelten
Da mir der Paris doch den güldnen Apffel gab?
Nimmt meine Herrligkeit bey Menschen so gar ab
Daß auch die Schönheit darff ein scheles Auge schelten
Und pocht Apollo so mit wolgerathnen Söhnen
Ergetzt sie eintzig nur der Quell von Hippocrenen?
Ists Castalis allein woraus Vergnügung rinnet?
So schwer’ ich bey dem Blitz so aus den Augen läufft
Uud bey dem güldnen Haar das umb die Schläffe schweifft
Wo nicht mein kleiner Sohn noch heute was beginnet
Das meinen hohen Ruhm mit Sieges-Kronen zieret
Es ist nicht Phöbus nur der Pfeil und Bogen führet.
Auff! brennt die Ampeln an ich muß mein Fest begehen
Schafft daß ein ewig Licht in den Crystallen strahlt
Daß Tempel und Altar ein steter Frühling mahlt
Und ruffet mir das Volck der schönen Phylureen
Die Sonnen dieser Zeit die liebens-werthe Wunder
Die Töchter voller Lust getreuer Hertzen-Zunder!
In einem Augenblick sah man die nackten Knaben
Was anbefohlen war gebührende vollziehn.
Der brachte Myrthen her und lebend Wintergrün
Die musten Pfeil-geschwind nach Taub und Schwanen draben.
Der hieng den Gürtel auf geweyhter Heimligkeiten
Als andre Zimmet-Oel und Balsam umb sich streuten
Es fiel ein grosses Volck der Göttin zu den Füssen
Es schien das Zimmer so als wenn bey stiller Nacht
Mit tausend Sternen sich der Himmel gülden macht;
Jedwedes mühte sich der Venus Hand zu küssen
Voll feuriger Begier den Vorzug zu erlangen
Die Flamme fraß das Hertz und schwebt auf Mund und Wangen.
Ein winselndes Geschrey entdeckte die Begierden
Die grosse Thränen aus als Perlen voller weh
Die schickte Seufftzer fort durch Lüffte Land und See
Die klagte daß verblast der Jugend beste Zierden:
Theils rufften Rach’ auf Rach’ weil ihr verbündlich lieben
Der Meineyd aufgelöst die Falschheit hintertrieben.
Man sah’ kein Opffer zwar das sichtbar abzuschlachten
Und Erycina selbst liebt nicht vergossen Blut.
Jedoch zertheilte sich der Ampeln heilge Glut
Als sie ich weiß nicht wen zu ihrem Throne brachten
Biß Cypripors sein Mund durch Rätzel hat entdecket:
Es sey die
Was liebste Tochter sprach die Paphie mit lachen
Fällt dich vor Kranckheit an gleich jetzo da ihr Fest
Die Gött in aller Lust hochfeyrlich halten läst
Wilt du mein Freuden-Schloß zum Trauer-Hause machen?
Der Glieder lieblich May der Frühling warmer Jahre
Dient mehr ins Hochzeit-Bett als auf die kalte Bahre.
Indeß sinckt Margenis entkräfftet gantz darnieder
Sie fühlt den heissen Brand in Marck und Adern gehn
Sie kan den Regungen des Bluts nicht widerstehn:
Es kühlt sie keine Lufft vom rauschendem Gefieder
Deß zarten Liebes-Volcks der tieffen Seufftzer Menge
Bezeugt der Hitze Macht des matten Hertzens bänge.
Die Phylureen stehn mit bleicher Angst umbgeben
Sie nehmen Rath und That zu retten vor die Hand
Nicht eine hat den Quell der Kranckheit recht erkand
Und weiß deß Ubels Keim und Wurtzel außzuheben
Jhr Angesicht deckt Schnee das Hertze kocht von Flammen
Wie reimt bey Siechen sich denn Frost und Glut zusammen?
Hier kan kein Bezoar noch Lebens-Balsam dienen
Es hilfft kein Esculap mit der bewehrten Kunst
Was sonst das Hertze stärckt das ist nur hier umsonst.
Die Seele vom Corall das Oele von Jesminen.
Wie hoch die Nymfen sich der krancken Cur befliessen
Je tieffer hat der Schmertz von neuem eingeriessen.
Erbarmung öffnete der Venus hohe Lippen:
Geh Hymen sprach sie geh! der Liebe heissem Feur
Kommt oft ein kühler Trunck aus einer Bach zu Steur
Du kennst den reinen Strom der klaren Aganippen
Schöpff auß Pirenens Bach und der Medusen-Bronnen
Und wo sonst weiter kommt ein heller Quall geronnen.
Nein rief der Braut-Gott nein mit sitsamen Gebärden
Ach Hertzens-Wenderin der Brunnen ihr Crystall
Ist jetzt mit tieffem Schnee bedecket überall
Des Winters kalter Nord verschleust die Schoß der Erden.
Du der selbst die Natur muß zu Gebote stehen
Kanst eintzig nur mit Hülff und Rath entgegen gehen.
Wo find ich eine Fluth die Liebes-Flammen leschet
Verwandle wie du pflegst den Winter in den May
Den Schnee in bunten Klee schaff einen Brunn darbey
Und Silber-klaren Bach der seine Ufer wäschet
Mit lispelndem Geräusch und unter Blum und Kräutern
Sucht den beredten Lauff anmuthig zu erweitern.
Was Aberwitziger wilt du Gesetze geben
Mir die ich auch den Gott deß Donners zwingen kan
Hub Venus fast erzürnt mit harten Worten an:
Durch mich soll
Trotz aller Musen Quell! Seht auf ihr Charitinnen
Das Wunder meiner Hand den schönen
Es schien der linde West Narcissen auß zu blasen
Ein kräfftiger Geruch den Ort gantz zu umziehn;
Man sah die Bäume krauß die Rosen-Sträuche blühn
Der Spiegel-helle Bach floß durch den grünen Rasen.
Als
Und durch die Amorn hin zu dieser Flut gedrungen.
Ach! rief sie
Quell der mich sterbende auß Charons Nachen reist!
Fluth die mit Lebens-Thau benetzet meinen Geist!
Strom mit dem alle Lust und Liebe kommt geschwommen!
Bach die den Ursprung hat auß den Elyser Feldern
Dem irrd’ schen Paradiß und hoch geprießnen Wäldern.
Sie ließ den Marmor-Leib in die geliebten Wellen
So scheint die Lilie durch ein Venedisch Glaß
Als Augen Mund und Brust umfloß das
Und fieng sich Buhlern gleich im küssen anzustellen
Bald spielt es umb den Mund bald lieff es umb die Brüste
Als wenn ein
Jhr Götter last die Lust auf ewig mich geniessen
Jhr die ihr selbst geliebt wist was die Liebe thut
Mir dringt durch Marck und Bein die angenehme Fluth.
Ach könt ich wie ein Bach in gleicher Lust zerfliessen!
Rief
So daß die Flut mehr Glut und Zunder hat empfangen.
Was schaft die Venus nicht? die Bach kriegt Arm und Glieder
Es fühlt die Margenis die Lippe so sie küst
Sie schmeckt das Zucker-Brod das ihren Mund versüst
Und gibt den treuen Kuß mit reichem Wucher wieder.
Sie merckt daß diese Bach den Namen nur geführet
Und daß den wahren Schatz sie in den Armen spüret.
Wol sagte Paphia erkennet meine Wercke
Nehmt die Verwandlungs-Kunst
Wird Jupiter ein Stier und bald ein weisser Schwan
So ist mein Scepter ja nicht von geringrer Stärcke.
Hat doch Dodonens-Brunn die Fackeln ängezündet
Und Brunnen fliessen noch die man recht siedend findet.
Es pocht America auf seine güldne Bäche
Herr Goldbach schönste Braut behält bey ihr den Platz.
Nicht reich Brasilien sie eintzig ist sein Schatz;
Und daß als Göttin ich mein Urtheil drüber spreche
So kan den Gold-Sand zwar die lange Zeit aufreiben
Getreue Liebe wird in Ewigkeit verbleiben.
Es thau’n euch fort für fort deß Glückes güldne Tropffen
Die Parcen winden euch den Lebens-Drat von Gold
Lebt Treu-vermählte lebt in unzertrennter Hold
Es könne nicht der Neid der Liebe Quell verstopffen.
Geniest der süssen Ruh durch so viel güldne Jahre
Als Stralen um mein Haupt und Perlen-schwangre Haare.
Mein Fest ist recht gefeyrt wir haben überwunden
Sprach Venus last uns bald zu voller Taffel gehn
Der Ganymedes soll uns heut zu Dienste stehn.
Wünscht den Verliebten wünscht ihr Amorn güldne Stunden
Und daß sich diese Nacht in einem güldnen Regen
Der Bräutgam zu der Braut wie Jupiter mag legen.