[Abschied/ ach du herbes Wort]

By Hans Aßmann von Abschatz

Written 1672-01-01 - 1672-01-01

A-bschied ach du herbes Wort

Welches meinen Sinn bestreitet

Und an einen fremden Ort

Von Lisillens Schos mich leitet

Wie verhaßt ist mir die Zung

Auff der du geworden jung.

B-itter ist der Galle Safft

Bitter was aus Wermut quillet

Was der schwartzen Pillen Krafft

Myrrh und Aloe verhüllet;

Doch dein Scheiden bildt mir ein

Jenes müsse Zucker seyn.

S-chwer ists wenn der müde Geist

Sein gewöhnlich Hauß muß meiden

Wenn der Lebens-Faden reist

Und die besten Freunde scheiden

Scheiden von Lisillens Zier

Kommt mir gleich beschwerlich für.

C-inthius wenn er entzieht

Unsrer Welt die göldnen Blicke

Lässet alles was man sieht

Hinter sich betrübt zurücke;

Seht wie so in Trauren steht

Wenn Lisillens Sonn entgeht.

H-enckers Hände können nicht

Uber wenig Tage quälen:

Wer Lisillens sich entbricht

Kan der Pein kein Ende zählen:

Qual und Sorge frist ihn ab

Leben ist sein täglich Grab.

I-st gleich in der Todten-Zunfft

Der erblaßte Cörper kommen

Bleibt ihm doch die Wiederkunfft

Zu der Selen unbenommen;

Ob Lisille mehr sieht mich

Wissen Glück und Zeit nicht ich.

D-och das Beste Lisilis

Wollen wir zusammen hoffen.

Wer weiß wo auff den Verdruß

Uns noch Glück und Heyl steht offen?

Gönne mir drauff einen Kuß

Eh ich dich verlassen muß.