Abschied von gutten Freunden

By Hans Aßmann von Abschatz

Written 1672-01-01 - 1672-01-01

Was soll die trunckne Feder schreiben?

Was aus des Hertzens Grunde quillt

Worzu mich Lieb und Treue treiben

Die Oder Mayn und Rhein beständigst unterhilt.

Nimm an diß Denckmahl meiner Hände

Du treue Freund- und Brüderschafft

Der ich zu Diensten mich verpfände

So lang in diesem Leib ein Lebens-Athem hafft.

Der Brauch der Welt ist viel zu sagen

Ich schweige was ich leiden muß:

Du kanst mein Hertz in deinem fragen

Ob ich befreyet sey von Schmertzen und Verdruß.

Doch weil es so der Himmel schicket

So müssen wir zufrieden seyn;

Wer weiß noch wo es uns gelücket

Daß wir uns hier und dar zusammen finden ein.

Indessen leb in Lust und Freuden

Du meiner Seelen halbes Theil

Auff kurtzer Zeit betrübtes Scheiden

Folgt mit dem Wieder-sehn erwünschtes Glück und Heyl.