[Ach Gott wie gnädig hast du doch]

By Simon Dach

Written 1632-01-01 - 1632-01-01

Ach Gott wie gnädig hast du doch

Bishero deine Kirche noch

In Unserm Land erbauet;

So daß man deines Nahmens Ehr

Und deines Wortes reine Lehr

Hat überall geschauet.

In dem des grimmen Krieges-Macht

Bey andern es dahin gebracht,

Das Chor und Kirche lieget;

So schaffst du daß dein Hauß allhier

Bey uns noch täglich neue Zier

Und neuen Zuwachs krieget.

Wie Glückhafft ist ein solcher Orth,

Da Gott noch läßt sein reines Wort

Und seinen Ruhm erschallen.

Wo Gott sein Hauß und Heerd nicht hat,

Da wird gewiß ein Land und Stadt

Im kurtzen müssen fallen.

Ach Herr, wir bitten dis darzu,

Vergönne daß wir solche Ruh

Noch mögen lang gebrauchen,

Ja daß es künftig mag geschehn,

Daß man die Welt kan ehe sehn

Als unsre Kirche rauchen.

Und wenn dich rühmet unser Chor,

So laß dein gnädig Vater-Ohr

Den schwachen Schall erhören

So lang, bis uns nach dieser Zeit

Die Kunst der späten Ewigkeit

Wird besser singen lehren.