[Ach, wie schön ist Nacht und Dämmerschein!]

By Georg Friedrich Daumer

Written 1823-01-01 - 1823-01-01

Ach, wie schön ist Nacht und Dämmerschein!

Ach, wie traulich unser Trinkverein!

Höret den musikisch hellen Ton!

Was verkünden Lauten und Schalmei'n?

„Lasset den Mysterien der Lust

Ein verständig Ohr geöffnet sein!

Rettet eure Seele, werfet ab

Des Betruges eckle Mummerei'n!

Aller andern Bande ledig, schlingt

Euch in Lockenbande lieblich ein!“ –

Sollte wohl in diesem Kreise wer

Unbelebt von Hauch der Liebe sein?

Grabgebete betet über ihn;

Segnet ihn als einen Todten ein! –

Windet euren Arm um silberne

Hüften her in einem Bad von Wein!

Alles Andre, predigt Schemseddin,

Ist verlorne Mühe, Qual und Pein.