Adamald.
Berühmtes Tugend-Bild du Kleinod aller Schönen
Das allen
Darf ein getreuer Knecht mit wenigen erwehnen
Wie so durchdringend ist der Augen Sonnen-Schein?
Dein schönes Angesicht der Schönheit Bildniß träget
Wozu die Liebe uns als ihren Tempel führt.
Die Anmuth hat dahin den besten Schatz geleget
Der unschätzbahr und dich recht unvergleichlich ziert.
Das zarte Wangen-Feld zeigt uns des Himmels-Bilde
Vollkommen stellet es desselben Schönheit für
Es ist ein Sommer-Ort ein rechtes Lust-Gefilde
Die Rosen sind sein Schmuck und Liljen seine Zier.
Die wunder-schöne Brust so Majestätisch pranget
Als wenn dis Schwester-Paar die gantze Welt besiegt
Ein theurer Perlen-Schmuck am Sieges-Wagen hanget
Der alle Kostbarkeit vom Morgen überwiegt.
Den noch verborgnen Schatz und ander schöne Sachen
Die soll mein heisser Mund stillschweigend übergehn
Doch wie dein Wesen kan sogleich verliebet machen
Das läst die grosse Zahl der treuen Sclaven sehn.
Ich sahe nicht so bald die ungemeinen Augen
Als sich mein lüstern Geist in Dienstbarkeit befand
Mein Hertze wolte nicht zum widerstehen taugen;
Ich brenne mehre doch den angenehmen Brand.
Schweig
Es ist mein Paradies mein Himmel auf der Welt
Ich kan die lange Zeit mit heilger Ruh vertreiben
Ich weiß nicht was vor Lust die Liebe in sich hält.
Nichts ist geruhiger als in den
Kein Unglücks-Stern erschreckt die Gott-geweyhte Brust
Wer so zum Himmel kan Hertz Sinn und Hand auffheben
Der hat am Zeitlichen nur gar zu schlechte Lust.
Des Himmels Liebste seyn und eine Braut der Sternen
Ist wahrlich eine Ehr die man gar gerne nimmt
Mein Hertze will allhier das rechte Lieben lernen
Es nehrt die keusche Brust so von dem Himmel kümt.
Ich weiß gantz keine Lust an der Gest alt zu finden
Was soll der Zucker den man von den Lippen leckt
Vor keuschen Lilien muß ein geiler Mohn verschwinden
Wer unermüdet kämpfft wird mit dem Crantz bedeckt.
Wil schon mein Wangen-Feld beliebte Rosen zeigen
Ist etwas artiges das meine Lippen ziert
Laß seyn ich acht es nicht ich will den Ruhm verschweigen
Wer sich da rauf verläst den besten Schatz verliehrt.
Mein keusches Hertze haßt den Dunst der eiteln Liebe
Die reine Seele ist dem Himmel eingeweiht
Kein Ungewitter macht derselben Ruhe trübe
Ich spühre lauter Lust und tausend Lieblichkeit.
Mein liebster Engel laß den Closter-Himmel fahren
Und glaube daß er dich nicht recht ergötzen kan
Wenn sich in süsser Lust zwo keusche Seelen paaren
Da trifft man erst die Ruh des Paradieses an.
Der Himmel welcher dich so schöne werden lassen
Verlangt nicht daß du solst in engen
Wer wird dich um den Schluß den eiteln Schluß nicht hassen?
Der deine Artigkeit sperrt in das Closter ein.
Was helffen dir mein Kind die angenehmen Augen?
Was nützt der Diamant der aus denselben sternt?
Wenn man aus ihnen nicht soll süsse Flammen saugen
Wodurch man erst den Trieb der reinen Liebe lernt.
Was soll der Wangen Zier was nützt ihr schönes Prangen?
Sind sie von der Natur umsonst so schön geschmückt?
Nein! diese treibt dadurch zum Sehnen und Verlangen
Bis sie den matten gEist mit solcher Kost erquickt.
Wenn erst die Rosen ab durchs Alter sind gerissen
Und wenn die Liljen-Pracht der schönen Brust verblüht
Denn wird kein heisser Mund die dürren Lippen küssen
Denn wird kein Mensch nicht seyn der nach dem Schatten
sieht.
Bediene dich der Lust gebrauche deiner Jugend
Ein keusches Feuer ist dem Himmel nicht verhaßt
Wer sein Verlieben gründt auf das Gebot der Tugend
Der hat die Ehren-Kron schon über halb gefaßt.
Wer liebet nicht mein Kind die reinen Liebe-Flammen?
Wer Gott und Himmel ehrt ihr keusches Wesen liebt
Die Triebe solcher Gluht vom hohen Himmel stammen
Der uns von diesem Feur ein rechtes Beyspiel giebt.
Weil nun mein Lieben keusch so sey doch zu bewegen
Ach nimm das Hertze an so dich in Ernst verehrt
Ich will es dir gantz gern zu deinen Füssen legen
Sag nur der Meynung ab die sein Vergnügen stöhrt.
Du liebest
Der Himmel ist mein Schatz und ich bin seine Braut
Er ist mein schönster Schmuck und bestes Gut des Lebens
Mein Hertz ist ihm schon längst als eigen anvertraut.
Es ist umsonst und nichts was du von mir begehrest
Treu-brüchig mag mein Hertz zu keinen Zeiten seyn
Wenn du denhöchsten Gott von gantzen Hertzen ehrest
So nimmt kein lüstern Trieb die stillen Sinnen ein.
Das Garn der Liebe soll mein Hertze nicht bestricken
Mein Gott-ergebner Geist reist solches gleich entzwey
Bemühe dich nur nicht mich in dein Netz zu rücken
Mein Hertze ist und bleibt dem holden Himmel treu.
Was solte meine Brust zur eiteln Liebe treiben?
Die ich des Himmels-Gunst nach Wunsch geniessen kan
Die Lilje meiner Brust soll unbeflecket bleiben
Mit geilen Händen greifft man diese Frucht nicht an.
Crystallen kan man nicht wenn sie entzwey ergäntzen
Die
Vor Rosen würde mich ein Diesteln Krantz bekräntzen
So bald ich deinen Mund aus geiler Lust geküßt.
Die Keuschheit steigt empor wenn tolle Brunst versincket
Sie haßt die Liebes-Lust viel ärger als das Gifft.
So wie das Hütten-Rauch bey einem Weyrauch stincket
So übel reucht auch das was geile Liebe stifft.
Die Rose meiner Brust soll unberochen sterben
Vor jeden geilen Griff soll sie verborgen seyn;
So werd ich dort davor die Wohlfahrts-Rosen erben
Die ihre Blätter aus auf keusche Seelen streun.
Noch ist die reine Schooß sie bleibt auch wol verschlossen
Die Zucht und das Gelübd steurt aller bösen Lust.
Von der verbohtnen Frucht hab ich noch nichts genossen
So geilt auch nicht darnach die Gott geweyhte Brust.
Halt
Es scheint mir eine Last und keine Lust zu seyn.
Die stille Freyheit läst mein Hertze nicht betrüben
In dieser Einsamkeit bin ich niemahls allein.
Verachte nur nicht mehr das süsse Closter-Leben
Es hegt dein Ehestand weit mehr Verdrießlichkeit
Wer klug wird sich nicht leicht in diesen Stand begeben
Der täglich neue Angst und frische Plagen dreut.
Ist dieses denn der Schluß? wohlan! so muß ich sierben
Der küsset schon den Tod dem man kein Leben gönnt.
Du wilst ich soll durchaus in meiner Brunst verderben
Du lachest weil mein Hertz in lichten Flammen brennt.
Ach quähle mich nicht so erhalte doch mein Leben?
Ach nimm den Sclaven an der dich inbrünstig liebt
Dein schönes Antlitz kan ein frohes Urtheil geben
Wenn es nur einen Blick mit sanfften Strahlen giebt.
Allein du zeigest mir nichts als ergrimmte Blicke
Und das Verhängniß ist auf meinen Tod verpicht
Dein Weigern webet mir nur lauter Todes-Stricke
Mein Weinen ist umsonst mein lehen hilfft mir nicht.
Jhr Wolcken tödtet mich mit Blitz und Donner-Schlägen
Doch meine Schöne nicht ob sie mich schon nicht leibt.
Doch nein! mein Seuffzer wird sie mit der Zeit bewegen
Jhr Hertz ich weiß es schon sich noch gefangen giebt.
Sie wird den krancken Geist mit starcken Balsam laben
Die Seele wird noch nicht den letzten Oden ziehn
Ich werde meine Lust an deiner Liebe laben
Ich seh mein Hoffen schon mit holden Blumen blühn.
Ich soll in Canaan ans dieser Wüsten reisen
Du wirst mein Engels-Kind das schöne Land mir seyn
Da kan ich meinen Geist mit Wollust-Früchten speisen
Denn schenckst du mir die Lust mit vollen Maassen ein.
Mein Engel laß mich doch die schöne Brust umfangen
Die süsse Anmuth lockt die heissen Sinnen an
Küß ich die Lilien von deinen glatten Wangen
So schmeck ich schon die Lust die ich nicht sagen kan.
Laß meinen Geist nicht mehr in
Ich habe lang genug den Pilgrims-Stab geführt
Ach eile! es ist Zeit; wilt du mein Leben schonen
So sprich ein süsses Ja. Du hast es wohl gespührt
Wie sehr ich deine Pracht mein wehrter Engel liebe
Du weist das sich mein Geist mit deiner Brust vertraut
Du kennest meine Gluht und die getreuen Triebe
Ach sprich mir dieses nach: Ich heisse deine Braut.
Wie ist mir? bin ich denn so bald verkehret worden?
Ich weiß nicht ob ich dir in Ernst gewogen bin?
Halb klebt mein Hertz an dir halb an dem Closter-Orden
Wo kehr ich mich denn nun in diesem Zweiffel hin?
Zur Liebe! ja sie ist den Seelen eingepräget
Der Eden muste gleich der Liebe Schau-Platz seyn
Sie ward der
Sie kehret auch ins Hertz der grossen Götter ein.
Weil nun die Liebes-Gluht vom hohen Himmel stammet
So folge ich mit Lust desselben Trieben nach
Ich habe zwar vordem das schöne Feur verdammet
Doch jetzt befind’ ich mich zum Widerstand zu schwach.
Die Rose meiner Brust mag nun gebrochen werden
Das bunte Wangen-Feld gibt seine Blumen frey.
Es liebt und wird geliebt das gantze Rund der Erden
Was lebt und lebloß ist weiß was die Liebe sey.
Brich Liljen von der Brust und von den Wangen Rosen
Mein Liebster sie sind dir zum Eigenthum geweiht
Jhr Brüste facht euch auf vergönnt euch Lieb-zu kosen
Labt meinen
So wird dein Wunsch erfüllt es trifft dir zu dein Hoffen
Mein gantzes Hertze ist dir ewig zugethan;
Es steht die treue Brust dir nach Belieben offen
So gehest du nun ein wohin? in Canaan.
Dein Hertze hört mir zu ich opffer dir die Seele
Wir sind einander schon im Himmel angetraut
Ich folge dessen Raht indem ich dich erwehle
Er hat von Ewigkeit uns als ein Paar geschaut.
Er wird uns immerfort mit seiner Gunst beschatten
Er weiß daß unser Gluht wie seine Flammen rein
Weil er nun selber brennt so wird er uns verschatten
Daß wir in diesem Stück ihm etwas ähnlich seyn.
Der Abend kehrt sich nun in einen hellen Morgen
Dein und mein Glücke lacht uns unvergleichlich an
Du darfst um meine Gunst nicht mehr vergebens sorgen.
Ich bin und bleibe dir mein Liebstr zugethan.
Zum Unterpfande solt du meine Lippen küssen
Und wenn man uns zur Ruh in unser Bett gebracht
So solt du unverwehrt dasjenige geniessen
Was dir mein Aberwitz im Closter schwehr gemacht.