Affecto cœli sidera, sordet humus

By Simon Dach

Written 1632-01-01 - 1632-01-01

Es vergeht mir alle Lust

Länger hie zu leben,

An der Erden Koht vnd Wust

Mag ich nicht mehr kleben,

Daß ich, Christe, für vnd für

Lasse so viel Thränen,

Macht, daß ich hinauff nach Dir

Hertzlich mich muß sehnen.

Sagt mir, die jhr an der Welt

Euch so sehr verliebet,

Was hat sie euch vorgestellt,

Welches nicht betrübet?

Auch das beste, so sie euch

Giebt in jhren Frewden,

Ist daß sie vom Himmelreich

Gern euch wolte scheiden.

Nein, ich lasse nimmermehr

Mich von jhr betriegen;

Weg mit jhrer eiteln Ehr,

Vbermuth vnd Lügen!

Wie der Wind den Wolcken thut,

Thut die Zeit den Schätzen;

An dem wahren Himmel-Gut

Hab' ich mein Ergetzen.

Töricht ist, der hie sich seumbt.

Vber allen Sternen

Steht mein Hauß mir auffgereumt,

Christus winckt von fernen;

Ach, ich werde frey vnd loß

Von der Last der Erden

In den süssen Frewden-schoß

Bald versetzet werden!

Wo der frommen Engel Schaar

Gottes Lob erklingen,

Werd' ich frölich immerdar

In die Seiten singen;

Mich auch zu erquicken gehn

Bey dem Lebens-Brunnen,

Vmb vnd an bekleidet stehn

Mit dem Licht der Sonnen.

Sonne, was verzeugstu viel?

Fleuch mit deinem Wagen!

Eilt jhr Stunden! bringt mein Ziel

Mit euch her getragen,

Daß mich reisst auß diesem Orth,

Der nur stürmt vnd netzet,

Vnd mich an den Himmels Port

Seeliglich außsetzet.