Almidor an die sich zornig stellende Selinde.

By Johann Georg Gressel

Selinde siehe doch und lencke jene Strahlen

Der schönen Augen her auf dieses Blat Papier

Ließ es nur obenhin denn wirff es weg von dir

Wenn es den Augen kan die Mühe nicht bezahlen

Daß sie es angesehn.

Wann aber schönstes Kind die Worte dir gefallen

So ließ sie gäntzlich durch dein Zürnen stelle ein

Und laß sie zwischen uns die Friedens-Stiffter seyn;

Hernach so stecke es zu deinen Marmor-Ballen

Wie sonsten wol geschehn.

Wenn eine treue Hand der Liebsten etwas schicket

Das weil es heimlich ist nicht jeder darf besehn

So muß der Busen ihm zur Frey-Stadt offen stehn

Eh denn das liebe Blat ihr wird hinweg gerücket

Von dem der Hüter ist.

Ist nun das Blat versteckt so darf dein Ohr nicht hören

Das Lästern so der Mund der Mutter sonst ausspeit

Die auf dich Achtung giebt bey Nacht und Tages-Zeit

Und als ein

Zu dir die ich erkießt.

Sie aber wird von uns arglistiglich betrogen

Wenn du mein Kind und ich nur eines Sinnes sind;

Sie wolte

Als dein

Und in dein Bette kahm.

Da hat dein Enge-Land ihn inniglich ergötzet

Mit mehr als

Jhn hat das süsse Safft der Lippen Honig-Kost

Entzücket und die Lust an jenen Ort gesetzet

Wo

Bey der

Da fandt er sich vergnügt als eine Biene ein

Ach! möchte diese Lust mir bald erlaubet seyn

Und daß ich jenen Zorn mein Kind verbannet wüste

Der mir ein Ungelück.

Dis hat

Zu sehen ob dein Zorn sich noch nicht hat gestillt

Und ob du Engels-Kind mich ewig hassen wilt

Wenn du

So schreibe doch zurück.