Almidor an die sich zornig stellende Selinde.
Selinde siehe doch und lencke jene Strahlen
Der schönen Augen her auf dieses Blat Papier
Ließ es nur obenhin denn wirff es weg von dir
Wenn es den Augen kan die Mühe nicht bezahlen
Daß sie es angesehn.
Wann aber schönstes Kind die Worte dir gefallen
So ließ sie gäntzlich durch dein Zürnen stelle ein
Und laß sie zwischen uns die Friedens-Stiffter seyn;
Hernach so stecke es zu deinen Marmor-Ballen
Wie sonsten wol geschehn.
Wenn eine treue Hand der Liebsten etwas schicket
Das weil es heimlich ist nicht jeder darf besehn
So muß der Busen ihm zur Frey-Stadt offen stehn
Eh denn das liebe Blat ihr wird hinweg gerücket
Von dem der Hüter ist.
Ist nun das Blat versteckt so darf dein Ohr nicht hören
Das Lästern so der Mund der Mutter sonst ausspeit
Die auf dich Achtung giebt bey Nacht und Tages-Zeit
Und als ein
Zu dir die ich erkießt.
Sie aber wird von uns arglistiglich betrogen
Wenn du mein Kind und ich nur eines Sinnes sind;
Sie wolte
Als dein
Und in dein Bette kahm.
Da hat dein Enge-Land ihn inniglich ergötzet
Mit mehr als
Jhn hat das süsse Safft der Lippen Honig-Kost
Entzücket und die Lust an jenen Ort gesetzet
Wo
Bey der
Da fandt er sich vergnügt als eine Biene ein
Ach! möchte diese Lust mir bald erlaubet seyn
Und daß ich jenen Zorn mein Kind verbannet wüste
Der mir ein Ungelück.
Dis hat
Zu sehen ob dein Zorn sich noch nicht hat gestillt
Und ob du Engels-Kind mich ewig hassen wilt
Wenn du
So schreibe doch zurück.