Als der Herr B. H. B rockes den Vierten Theil Seines J rdischen V ergnügens in G...
Auf Dicht-Kunst! lehre mich dießmahl,
Den schönsten Thon von deinen Spielen,
Verdopple der Gedancken Zahl,
Laß mich dein edles Feuer fühlen;
Wirff Krafft und Reitzung in die Gluth,
Es soll kein anfgeschäumtes Blut,
Das schwülstig braust, hier opffern gehen.
Nein, nein, es muß durch deine Gunst,
Das Hohe deiner starcken Kunst,
In allen meinen Zeilen stehen.
Es gilt hier deinem grösten Sohn,
Mein Kiel will deinen
Wie? ja mich daucht, ich höre schon
Die Anmuts-volle Laute klingen.
Mich reitzt, mich locket, mich erweckt
Ein Thon, der nach der Gottheit schmeckt,
Ich sehe dich, du bist bemüht,
Den Kelch, worin dein Nectar glüht,
Mit reichen Strömen einzuschencken.
Allein, was lässest du mich hier,
Holdsel’ge Schöne, doch erblicken?
Was stellst du meinen Augen für?
Wie? will mich gar dein Tranck entzücken?
Ich sehe hier ein Paradieß,
So, wie es sich einst dorten wies,
Ich kann hier Berge, Feld und Auen,
Der Sonnen Licht, der Sterne Pracht,
Ohn’ alle Dunckelheit und Nacht,
Mit aufgeklärten Blicken, schauen.
Wer ist der Mann, der dorten steht,
Den ein erhabner Glantz ümgeben?
Den ein dreyfacher Schmuck erhöht,
Um den die reinen Geister schweben?
Er hält in seiner rechten Hand
Ein Glas, mit dieser Schrift: Verstand.
Er sieht dadurch die tieffsten Höhen,
Sein Geist, der nur allein sich regt,
Scheint, da der Leib sich nie bewegt,
Selbst in die Gottheit einzugehen.
Kann ich hier
In diesem Angesichte finden?
Der Strahl, so aus demselben bricht,
Heisst allen Zweifel schon verschwinden;
Um allen Jrrthum weg zu ziehn,
Sie spricht, Er setzet sich und mahlet;
Er zeigt des Schöpfers Eigenschafft,
Wie Dessen Liebe, Huld und Krafft
Aus allen seinen Wercken strahlet.
Die Andacht nimmt, was Er gesetzt,
Und lässt es selbst dem Schöpfer wissen,
Die Liebe, so dadurch ergetzt,
Umarmet Jhn mit holden Küssen.
Ein Engel bringt den vierten Crantz
Von einem Sternen-gleichen Glantz,
Und spricht: Dein Jrdisches Vergnügen
Des vierten Theils, das nun vollbracht,
Hat Dich der Ehren werth gemacht,
Dieß Vorrecht Dir noch beyzufügen.
Es eilt der reinen Geister Schaar,
Jhm Palm und Lorbeer hinzureichen,
Sie stellen sich mit Freuden dar,
Und keiner will dem Eifer weichen.
Ich komme selber, Andachts voll,
Auch meinen Ehr-Furchts-reichen Zoll
Bey ihrem Opffer auszustreuen.
Hier aber fliehet alles fort,
Und lehrt mich, einen heilgen Ort
Nicht unbedachtsam zu entweihen.