Als die Durchlauchtigste Princeßin, Wilhelmina Carolina, Marggrä- fin zu Branden...
Auf, thränen-voller wolcken-saal!
Laß einen angenehmen strahl
Auf unsern hohen berg und seine grentzen fließen,
Laß der umbüllten sterne schein
Doch stärcker als den schatten seyn,
Und mit demselbigen ein hohes Haupt begrüßen.
Hört aber nicht des sturmes lauf
Durch unsers bitten opffer auf,
So soll dein schatten doch nicht unsern vorsatz trennen,
Die hertzen, die zu dieser zeit
Ein hohes Sonnen-licht erfreut,
Die sollen wie ein stern der ersten größe brennen.
Doch wird ihr strahl mehr funcken streun,
Wo sie dein hoher sonnenschein,
Kostbarer Diamant Durchlauchter Princeßinnen!
Den Francken, ja die gantze welt,
Vor ein unschätzbar kleinod hält,
Von seiner gnade läst nur einen blick gewinnen.
Wem Fürsten-augen gnädig sind,
Dem wird sein opffer bald entzündt,
Das glücke lacht ihn an mit himmlischem gedeyen,
Er lacht, wenn gleich der himmel weint,
Weil ihm ein’ andre Sonne scheint,
Darüber geist und brust sich höchlich kan erfreuen.
Wie ist der tag doch so beglückt,
Da uns der himmel zugeschickt,
Des vaterlandes wohl und himmlisches vergnügen,
Da Carolinens hoher schluß
Gab unsern grentzen einen gruß,
Und unsre hertzen ließ zu ihren füßen liegen.
Der himmel, der vor Cronen wacht,
Und auf der Fürsten heyl bedacht,
Der läst dein reisen ihm auch höchst seyn angelegen,
Wir schau’n, wie dessen reines licht
Hinführo durch die wolcken bricht,
Und stets zugegen ist auf deinen Fürsten-wegen.
Berlin, die wunder-volle stadt,
Die eine welt fast in sich hat,
Legt ihren purpur an, weil sie von deinen strahlen,
Die nur des himmels starcke hand
In deinen blick vor helden band,
Schant ihren schönen kreiß noch angenehmer mahlen.
So fahre denn vergnügt dahin,
Wo dich, Durchlauchter Fürsten-sinn,
Die zarte regung führt, wo Friederich regieret,
Der himmel lencke deinen fuß,
Durch seinen wunder-weisen schluß,
Er mache, daß dein haupt auch einsten cronen führet.