Als die hohe Vice-Rectorats- Würde einen Professori Metaphys. aufgetragen wurde....

By Johann Georg Gressel

Nichts ist so verhaßt geworden

Als die

Denn der dummen Spötter-Orden

Schimpffet und verlästert ja

Daß ein

Ein Gelehrter heissen muß.

Ens und non ens sollen Sachen

Gar von keinen Werthe seyn

Doch ich muß der Thorheit lachen

Denn mir fällt das Sprich-wort ein:

Daß die Künste keiner haßt

Als der selber nichts gefaßt.

Blinde Welt du bist geschossen

Unverstand du bist verblendt

Weisheit nennst du Kinder Possen

Weil dein dummer Kopff nicht kennt

Wie der Weisheit falscher Dunst

Wird verjagt durch diese Kunst.

Stahl der alle Welt ergetzet

Hätte den gestählten Muht

Nie an diese Kunst gesetzet

Wenn er nicht das höchste Gut

Diese Lehre zu verstehn

Jhm vor andern ausersehn.

Hebenstreit das Licht der Erden

Der viel Streite beygelegt

Dürffte wol vergessen werden

Wenn er nicht den Geist geprägt

In die Bücher die der Safft

Sind von aller Wissenschafft.

Lœbers und Martini Schrifften

So der Welt viel Licht gebracht

Können uns ein Denck-Mahl stifften

So der Zeiten Rost verlacht

Und

Bis der Eltz und Elm vergeht.

Antenor du hast erfahren

Wie der unverdroßne Fleiß

Sich kan mit der Weisheit paaren

Wenn der Jugend warmer Schweiß

Dich durch alle Adern dringt

Und den Ruhm zum Lohne bringt.

Es ist dein erhitzt Bemühen

Keine Grillen-Fängerey

Denn du weist heraus zu ziehen

Was zur Sache dienlich sey:

Kein Wort so du je gelehrt

Ist vergeblich angehört.

Unsre Stadt rühmt deine Gaben

Womit dich der Himmel ziert

Und wird noch mehr Nutzen haben

Wenn der nun den Scepter führt

Welcher ist zu unsrer Zeit

Mehr als Stahl und Hebenstreit.

Brauche denn was dir gegeben

Künfftig zur Gerechtigkeit:

Laß den Purpur Geist und Leben

Uns zum besten seyn geweyht:

Bös’ und gute

Heißt den Scepter wohlgeführt.