Als einer Doctor ward/ nach Anleitung seiner Disputation: de Jure erroribus cir...
Written 1697-01-01 - 1697-01-01
Die Scheidung welche sonst Verbundnen Unglück macht
Hat Ihm Geehrtester viel Ehr und Glück gebracht
Durch den gelehrten Streit bekommt er ein Ergetzen
Ein Kind dadurch er sich kan völlig glücklich schätzen.
Der Himmel und sein Geist giebt Ihm die schöne Braut
An welcher alle Welt die besten Sitten schaut
Sie wird Zufriedenheit in seine Seele führen
Ihn mit dem Ehren-Hut doch keiner Feder zieren.
Sie leistet vielen zwar wie Ihm der Ehe Pflicht
Doch liebt sie Ihn getreu und bricht die Ehe nicht.
Sie scheint die Ketzerey nicht gäntzlich zu vermeiden
Allein kein Kluger wird sich darum von ihr scheiden.
Und weil Er tüchtig gnung gefällt Er Ihr so sehr
Deßwegen folget auch die Trennung nimmermehr.
Ein anderer mag Sie in Geist und Armen fassen
So wird Sie Ihn dennoch nicht freventlich verlassen.
Sie stellet Ihm nicht nach Sie ist sein Zeit-Vertreib
Und in kein Kloster läuft diß allzu edle Weib.
Im Kriege kan kein Held die starcke Heldin fangen
Nur der sich Ihr ergiebt mag Sie gewünscht erlangen.
In keinen Eckel wird sein edler Geist gesetzt
Wenn Ihn ihr Nectar-Thau so Tag als Nacht benetzt.
Der Todt der alles bricht wird dieses Band nicht reissen
Weil die Gelehrten auch im Grabe lebend heissen.
Nun dieser Edle Schatz ist Pallas nur allein
Ich wünsche Glück darzu. Und wird mir wissend seyn
Wenn Er die andre Braut nacht Hause denckt zu führen
So läßt darüber ihm auch seine Freude spüren.