Als einer Doctor ward/ nach Anleitung seiner Disputation: de Jure erroribus cir...

By Christian Friedrich Hunold

Written 1697-01-01 - 1697-01-01

Die Scheidung welche sonst Verbundnen Unglück macht

Hat Ihm Geehrtester viel Ehr und Glück gebracht

Durch den gelehrten Streit bekommt er ein Ergetzen

Ein Kind dadurch er sich kan völlig glücklich schätzen.

Der Himmel und sein Geist giebt Ihm die schöne Braut

An welcher alle Welt die besten Sitten schaut

Sie wird Zufriedenheit in seine Seele führen

Ihn mit dem Ehren-Hut doch keiner Feder zieren.

Sie leistet vielen zwar wie Ihm der Ehe Pflicht

Doch liebt sie Ihn getreu und bricht die Ehe nicht.

Sie scheint die Ketzerey nicht gäntzlich zu vermeiden

Allein kein Kluger wird sich darum von ihr scheiden.

Und weil Er tüchtig gnung gefällt Er Ihr so sehr

Deßwegen folget auch die Trennung nimmermehr.

Ein anderer mag Sie in Geist und Armen fassen

So wird Sie Ihn dennoch nicht freventlich verlassen.

Sie stellet Ihm nicht nach Sie ist sein Zeit-Vertreib

Und in kein Kloster läuft diß allzu edle Weib.

Im Kriege kan kein Held die starcke Heldin fangen

Nur der sich Ihr ergiebt mag Sie gewünscht erlangen.

In keinen Eckel wird sein edler Geist gesetzt

Wenn Ihn ihr Nectar-Thau so Tag als Nacht benetzt.

Der Todt der alles bricht wird dieses Band nicht reissen

Weil die Gelehrten auch im Grabe lebend heissen.

Nun dieser Edle Schatz ist Pallas nur allein

Ich wünsche Glück darzu. Und wird mir wissend seyn

Wenn Er die andre Braut nacht Hause denckt zu führen

So läßt darüber ihm auch seine Freude spüren.