Als einer im Schlaff verschwenderisch gewesen.
Written 1693-01-01 - 1693-01-01
Mein Mädgen laß hinfort mich nicht verschwendrisch seyn
Und nimm die Perlen-Milch in deine Muschel ein;
Groß Schade daß sie wird so liederlich versprützet
Da wo sie keiner Schooß auch nicht den Tüchern nützet.
Dein hart-seyn gegen mich verschwendet meinen Schatz
Vergönne mir hinfort in deinem Schoosse Platz
Und laß den Liehes-Thau daselbsten sich ergiessen
Wo er mit größrer Lust wird als im Schlaffe fliessen.
Dein dürrer Acker wird alsdenn von Wollust feist
Die Brüste härten sich die Lust entzückt den Geist;
Die Anmuth die durchdringt des gantzen Leibes-Glieder
In Lachen steigt man ein mit Kitzeln kommt man wieder
Nichts denn Ergötzung bringt er deiner Marmor-Schooß
Die Venus spannt dir denn den Jungfern-Gürtel loß
Und läßt dir alle Lust die sie besitzet schmecken
Der Hymen wird nach Schmertz den süßten Schertz erwecken.
Ach stelle doch mein Kind die Sprödigkeit nur ein!
Laß deine Muschel mir nicht mehr verschlossen seyn
Eröffne ihren Helm die Nahrung zu empfangen
Wo in dem Liebes-Thau die Anmuths-Perlen prangen.
Sperrt nun dein Muschel-Schloß die Thore willig auf
Und hemmt kein Widrig-seyn mir meinen Liebes-Lauff
So soll das Liebes-Safft mit süssen Quellen fliessen.
Und sich mit vollem Strohm in deine Muschel giessen.