Als einer in einer großen und berühmten Stadt Bürgermeister ward
Written 1697-01-01 - 1697-01-01
Wer offt die See durchfährt und in den tiefen Wellen
Die Klippen kennen lernt ja ob es Sturm und Wind
Doch nach dem Himmel weiß den Schiff-Compass zu stellen
Da sichre Wege macht wo sonsten keine sind
Verdienet daß wir ihm ein Schiff allein vertrauen.
Und so regieret auch in einer Stadt geschickt
Der sich in Sturm getrost klug in Gefahr läst schauen
Und zwischen Felsen Sand auch Wege hat erblickt.
Wer Hochgeprießner Mann die vielen Jahre zehlet
In welchen du der Stadt bey mancher Noht gedient
Der spricht aus Danckbarkeit: Gott hat dich auserwehlet
Daß durch dein weises Haupt die Wohlfahrt – – grün't.
Gott hat dich aus ersehn: Was aber Gott erkohren
Dem fehlt an Würden nichts der ist vors Vaterland
Dem Geist und Leibe nach wie du zweyfach gebohren
Und wird ein Kind der Stadt und Vater auch genannt.
Der hat den klugen Kopf mit Wissenschafft geschmücket
Das Hertz mit Tugenden den Geist mit grauer Zeit
Die wahre Weisheit bringt die Vater-Stadt beglücket
Und steiget gleich wie du nach viel Erfahrenheit.
Ist unser – – – – nicht bisher ein Ziel gewesen
Nachdem des Todes Grimm die Pfeile fliegen ließ?
Das Unglück hat es auch zum Sammel-Platz erlesen
Zum Felde wo gar oft die Geldsucht lermen bließ.
In aller dieser Noht in diesen bösen Tagen
Ist dein Gemüht bewehrt klug und geschickt gemacht.
Wie nun dein Helden-Muht viel leiden kan ertragen.
So ist dein weises Haupt auf Heil davor bedacht.
Der Perle Kostbarkeit zeugt sich gleich den Corallen
Im ungestümen Meer. Auf hohen Vergen stehn
Die Cedern unbewegt: an statt von Sturm zu fallen
Muß zur Standhafftigkeit die Wurtzel tiefer gehn.
Du Hochbewehrter Mann du wirst in diesen Zeiten
Uns ein vortrefflich Gut im Sturm die Perle seyn;
Die Ceder dieser Stadt wenn Wind und Wetter streiten.
Auf Bergen unsers Heils bestehst du ungemein.
Diß alles kan die Stadt wie mein Gemüht erqvicken
Er ruft derselben Geist mit meinen Hertzen aus:
Es wolle theurer Mann der höchste dich beglücken
Und aller Sturm sey schwach auf dein Hochadlichs Haus.
Es müße Ruh und Heil das wehrte – – spühren
Der Höchste saget ja und wird durch deine Hand
Das Ruder dieses Schiffs nach unserm Wunsche führen:
Mein Gott bring uns dadurch in das gelobte Land!
Wo es so greulich nicht wie Egypten stirbet
Wo uns kein Dienst beschwert die güldne Freyheit siegt
Wo unsrer Väter-Muht uns Schutz und Trost erwirbet
Wo alles was uns feind zu unsern Füßen liegt.