Als er im Garthen mit ihr spazieren gieng

By Johann Christian Günther

Written 1709-01-01 - 1709-01-01

Ach, liebstes Lenchen, sähstu hier

Mein Herz im Blute wallen,

Ich weis vorwahr, es würde dir

Sogar sein Schmerz gefallen;

Denn dieser kommt aus Zärtligkeit

Und aus der . . . Liebe,

Womit ich mich bey . . . Zeit

Um deine Qual betrübe.

Ich soll dich in der . . . . .

Bey fremden Leuten laßen;

Der Himmel sende doch die Zeit,

Dich glücklich zu umfaßen.

Die andern, so mit mir studirt,

Erlangen Ruhm und Glücke,

Und ob mir eben das gebierth,

So bleib ich weit zurücke.

Es thut mir deinetwegen weh

Und macht mich ganz zu Schanden,

Sodaß ich wie im Traume geh,

Kein Scherz ist mehr vorhanden.

Das Feuer läst in Adern nach,

. . . . Muth und Kräfte schwinden,

Da Laster, . . . . . Schmach

Mich allenthalben binden.

Was that dein liebstes Herze nicht

Um meinetwillen tragen,

. . . . . . . . . . . . . . mir geschicht,

. . . . . . . . . . . . Plagen.

Was hab ich dir nicht vor Gefahr

In Zedliz aufgeladen,

Allwo dein . . . . Labsahl war,

Mein Unrecht auszubaden.

Ach . . . . . . tausendmahl

Vor deine Liebe sterben,

So würd ich doch . . . solche Qual

Kein danckbar Lob erwerben,

Denn wie ich überwiesen bin,

So bleibstu noch mein Eigen

Und läst mir deinen frommen Sinn

So viele Neigung zeigen.

Ach, Engel, ich empfinde noch

In . . . . Lust zum Leben

Und will mir . . .das süße Joch

Von deiner Liebe geben.

Ich traute mir, bey Salz und Brodt

Die Fürsten auszulachen

Und in der eußerlichen Noth

Ein Eden . . . . machen;

Ich weis auch, daß ich alles Weh

Im Augenblick vergäße,

Wofern ich nur . . . . . . . . . Eh

Dich kurze Zeit besäße.