Als er seine flammen ihr deutlicher zu verstehen gab.
Mein engel scheu dich nicht diß blat hier zu berühren
Das nichts als feur und glut in seinen zeilen trägt
Du wirst den heissen brand im ersten angriff spühren
Der jetzt mein mattes hertz mit tausend funcken regt.
Jedwede zeile raucht noch von erhitzten flammen
Ja selbst die dinte ist mein schwartz gebrandtes blut
Es will der himmel mich zu einem feur verdammen
Das ohne deine gunst verzehret geist und blut.
Nicht frage was mich brennt dein aug’ hat mich enttzündet
Dein heisser strahl hat mich fast auß mir selbst gesetzt.
Wenn glut und feuer sich mit deinem glantz verbindet
Wie kan es anders seyn? die seele wird verletzt.
Ich sahe bein gesicht wie tausend sonnen blitzen
Als ich mein schwaches aug auf deinen himmel wandt
Ach aber auch ein blick kont meine brust erhitzen
Den du mir ohngefehr von weiten zugesand.
Wer konte dazumahl des himmels macht entkommen?
Denn als ich nur vermeint ein irrdisch aug zu schaun
Da bin ich ohnversehns von sonnen selbst entglommen
Die ietzt ihr sieges-hauß in meiner seelen baun.
Wie sehr ich auch gesucht diß feuer zu verdecken
So bricht es endlich doch mit vollen flammen aus
Es läst die liebe nicht so leichtlich sich verstecken
Sie wirfft die funcken auch biß zu der sternen hauß.
Ich bin kein Aetna nicht der seine glut verschliesset
Noch kein Vesuvius der sie mit schnee bestreut
Ich bin kein Heela nicht der sie mit eyß begiesset
Mein zunder-reiches blut ist selbst zum feur geweyht.
Die liebe läßt mich nicht bey dieser zeit verfrieren
Ich mercke wie sie stets legt frische kohlen an
Und darff’ ich einen blick von deinen sonnen spüren
So fühl ich was ihr brand in meiner seelen kan.
Verzeihe schönstes licht was meine feder schreibet
Die flamme die mich quält leid kein verstellen nicht.
Die liebe ists allein die meine geister treibet
Und mächt daß diese glut aus meiner seelen bricht.
Ich sag es öffentlich: dein aug hat mich verletzet
Es hat mir eingeflöst den süssen liebes-gifft
Der meinen matten geist in heisse funcken setzet
Ja durch und durch mein blut in allen adern trifft.
Wann glut und flammen nun des feuers ursprung zeigen
So lenckt man sein geschrey auff hülff und rettung hin
Wie kan ich armer dann dir meine noth verschweigen
Die ich zu hemmen selbst fürwahr nicht mächtig bin.
Aus deinen augen quillt mein todt und auch mein leben
Du hast es beydes nun mein licht in deiner macht
Dein auge stürtzet mich es kan mich auch erheben
Es gibt mir freuden-schein und düstre schmertzens-nacht.
Ergreiffe was du wilt ich nehm es an vor liebe
Erhalt ich deine gunst so bin ich höchst vergnügt
Rührt aber auch mein todt aus deines hertzens triebe
So hastu doch im grab auch über mich gesiegt.