Als er seine Freyheit verlohren.
Ich bin verliebt
Die Freyheit ist nun hin
Womit mein harter Sinn
Sich sonst zu kitzeln pflegte
Als ob er keinen Brand in seinem Hertzen hegte.
Ich weiß nicht wie mir ist
Wenn ich
Die mir mein Seelen-Licht
Die ich zur Herrscherin mir auserkiest
Kan vor den Augen sehn.
Das Hertz erstarrt vor Lust
Und schläget in der Brust
Wenn mich ihr Gnaden-Schein
Läst glücklich seyn
Und mich mit seinem Strahl erquickt
Der mehr mein kranckes Hertz beglückt
Als kühler Morgen-Than
Der dürren Au
Lieb und erfreulich ist
Und wie der Balsam Stärcke giebt
Wenn die Lebens-Kräfft’ entgehn.
Wann aber die Entfernung macht
Daß ich ihr Gnaden-Licht
Nicht kriege zu Gesicht
So schrecket mich Egyptens Macht
Mit Kummer-vollen Träumen.
Bald stirbt der Geist
Der doch unsterblich heist
Bald muß ich mehr denn König seyn
Bald Thron und Scepter räumen.
Bald fällt mir dis bald jenes ein
Ich zancke mich und habe keinen Zwist.
Ich träume wachend und weiß nicht was ich thu
Mein Geist besitzet keine Ruh
Er ist mit Gedancken
So der Traurigkeit-Schrancken
Weit übertreten beschweret
Die Freyheit ist in Hafft verkehret.
Ein eintziger Anblick und freundliche Zurede
Jhrer lachenden Augen und lieblichen Zungen
Haben mein vestes Hertz bezwungen
So daß ichs mich zu sagen fast entblöde.
Der Diamantne Sinn ist wie weiches Wachs zerronnen
Wenn es die Hitze schmeltzt der
Ich bin nicht der ich bin
Ich bin gantz anderst worden
Nun ich mich schreib’ in dem verliebten Orden.
Der eyserne Sinn
Lenckt sich zu dem
Wie dieser hin nach Norden geht.
Ich fühle eine angenehme Pein
Die mir durchwühlet Marck und Bein;
Bald bin ich froh
Und sing’
Bald aber stimm’ ich
Und führ die Trauer-Fahn.
Ich bin fast halb verwirrt
Und in der Zeit verirrt
Ich weiß nicht was mich plagt und Freude giebt
Als daß ich bin verliebt.