Als er sie entblösset sahe.

By Johann Georg Gressel

Schaut wie die Rosen doch die milchern Brust bekröhnen

Und wie die Anmuth da mit theuren Perlen spielt

Wie unvergleichlich sind die Glieder dieser Schönen

Die Schönheit hat daran ein Meister-Stück erziehlt.

Die

Sie hat da ihren Thron der Liebe auffgestelt

Der Schwaanen reine Pracht reicht nicht an diese Brüste

Der feinste

Es mag

Hier zeigt sich eine Frucht die viel mahl schöner ist

Der bunte Sommer lacht auf den beliebten Wangen

Die

Es zeigt sich Milch und Blut auf deinen

Mit diesen sind sie auch zur Gnüge angefüllt

Und stecket eine Krafft in denen Meer-Corallen?

So ist dieselbige hier gleichfals eingehüllt.

Gantz Morgenland zinst nicht die Perlen die den gleichen

Die dieser zarte Leib so häuffig sehen läst

Der weisse Atlaß muß vor diesen Gliedern weichen

Auroren sind umsonst die Thränen ausgepreßt.

Die rund-gewölbte Schooß ist artig ausgezieret

Die Anmuth hat dahin den besten Schatz gelegt;

Wenn

Der wird aufs lieblichste mit aller Lust gepflegt.

Da suchet man den Grund der Wollust zu ergründen

Der

Ergötzen kan man da bey Lust und Anmuth finden

Ein süsses Etwas mehrt die stille Lieblichkeit.

Lysette zürne nicht ich sehe diese Schätze

In der Vollkommenheit die mich erröhten macht

Mein Geist ist schon bestrickt in dem so schönen Netze

Der Freyheit gebe ich die letzte gute Nacht.

Actaeon starb als er Dianen nur erblickte

Ich sterbe ebenfals der edlen Freyheit ab

Sie legte sich als mich dein Augen-Glantz berückte

Nun findet sie vor sich in deiner Brust das Grab.